
Wirtschaftsfaktor Kernenergie
Planungssicherheit dank stabilen Stromkosten
Anders als Erdgas und Erdöl bietet Kernstrom Unternehmen Stabilität für die Zukunft, da sie ihre Energiekosten zuverlässig und langfristig planen können. Denn er ist ausgesprochen preisstabil. Folgende Faktoren bestimmen weitgehend seine Gestehungskosten:
- die Auslastung,
- die Bau- beziehungsweise Kapitalkosten,
- die Betriebskosten,
- die Brennstoffkosten.
Die Brennstoffkosten bestehen dabei zu zwei Dritteln aus den Kosten für die Entsorgung. Dank grosser weltweiter Ressourcen und kleinem Jahresbedarf sind die Kosten für den Rohstoff Uran gering. Viel stärker ins Gewicht fallen die Anreicherung, die Fertigung der Brennelemente und vor allem ihre Entsorgung: Sie ist doppelt so teuer wie die Beschaffung. Selbst wenn sich der Uranpreis verdoppeln würde, verteuert sich Kernstrom um maximal 0,5 Rappen pro Kilowattstunde, also um fünf bis zehn Prozent.
Transparente und verursachergerechte Vollkosten
Dass die Stromversorgung wirtschaftlich sein soll, ist in der Schweizer Verfassung verankert. Mit Produktionskosten von rund drei bis sechs Rappen pro Kilowattstunde ist Kernenergie konkurrenzfähig. Strom aus Kernenergie wird konsequent nach dem Verursacherprinzip verrechnet. Der Strompreis enthält sämtliche Kosten, einschliesslich der Versicherungen, der Entsorgung der radioaktiven Abfälle und des späteren Rückbaus der Anlagen.
Die für Stilllegung und Entsorgung nötigen Mittel werden von den Betreibern laufend bezahlt (heute anfallende Kosten) respektive in vom Bundesrat überwachten Fonds sichergestellt (Kosten nach Ausserbetriebnahme). Die Schweizer Kernkraftwerke hinterlassen der künftigen Generationen keine ungedeckten Rechnungen.
Schweizer Kernkraftwerke sind wirtschaftlich
Trotz vergleichsweiser hoher Baukosten und permanenter Investitionen in die Sicherheit sind Kernkraftwerke vergleichsweise wirtschaftlich. Die anfänglich hohe Investition – 1979 waren es 2 Milliarden Franken für das Kernkraftwerk Gösgen-Däniken und fünf Jahre später 4,8 Milliarden Franken für das Kernkraftwerk Leibstadt – hat über Jahrzehnte zuverlässig Ertrag abgeworfen. Die Gestehungskosten der betriebsälteren Schweizer Anlagen sind über die fast 50 Jahre von anfänglich zirka sechs auf durchschnittlich vier Rappen gesunken.
Gezielte Investitionen in die bestehenden Anlagen
Seit ihrer Inbetriebnahme wurden die Schweizer Kernkraftwerke sorgfältig gewartet und laufend modernisiert. In den vergangenen Jahrzehnten haben sie ihre jährliche Stromproduktion um rund fünf Milliarden Kilowattstunden gesteigert.
Alle Kernkraftwerke müssen dem Stand der Technik entsprechen und werden laufend sicherheitstechnisch modernisiert. Die ältesten Schweizer Kernkraftwerke erfüllen heute nicht nur die internationalen Vorschriften, sondern genügen modernsten Anforderungen.
Ein gutes Beispiel ist die Anlage in Beznau: Seit der Inbetriebnahme der beiden Blöcke in den Jahren 1969 und 1972 hat die Axpo Power AG (ehemals Nordostschweizerische Kraftwerke NOK) bis heute insgesamt rund 2,5 Milliarden Franken in die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Werks investiert – der Bau kostete ursprünglich 700 Mio. CHF.