
Transporte
Beim Transport von radioaktiven Abfällen steht die Sicherheit wie in den Kernanlagen selbst an oberster Stelle. Die Strahlung darf Mensch und Umwelt zu keiner Zeit gefährden. Dafür sorgen spezielle Transport- und Lagerbehälter, in denen das radioaktive Material in jedem Fall eingeschlossen bleibt.
Extrem robuste Behälter
Transport- und Lagerbehälter für verbrauchte Brennelemente müssen vom ENSI speziell für den Gebrauch in der Schweiz lizenziert sein. Sie sind äusserst solide gebaut, praktisch ganz aus Stahl, bis zu 150 Tonnen schwer und luftdicht selbst unter sehr hohem Druck. Sie sind so konstruiert, dass sie extremen Belastungen wie Kollisionen mit fahrenden Zügen, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Bränden und Explosionen standhalten.
Überwachung durch die Behörden
Der Transport radioaktiver Stoffe untersteht den internationalen Vorschriften der IAEO, die für alle Stoffklassen spezielle Behälter vorschreibt. In der Schweiz werden sämtliche Transporte von der Aufsichtsbehörde ENSI (Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat) kontrolliert. Die Fahrzeuge dürfen das Areal der Kernkraftwerke erst nach sorgfältiger Sicherheitsprüfung, hauptsächlich durch den Strahlenschutz, verlassen. Weltweit hat es noch nie einen Transportunfall mit verpackten hoch radioaktiven Abfällen gegeben.
Transporte sind unvermeidlich
Auch wenn der Brennstoffbedarf in einem Kernkraftwerk gering ist: Einmal im Jahr wird ein Teil der Brennelemente im Reaktor ausgetauscht und durch neue ersetzt. Die ausgedienten Brennelemente sind hoch radioaktiv und bleiben vorerst in einem mit Wasser gefüllten Lagerbecken im Kernkraftwerk.
Wenn Temperatur und Radioaktivität nach einigen Jahren genügend abgeklungen sind, werden die Brennelemente in spezielle Transport- und Lagerbehälter verpackt und ins kraftwerkseigene Zwischenlager oder per Lastwagen ins zentrale Zwischenlager in Würenlingen (Zwilag) gebracht. Dort bleiben sie bis zur Entsorgung im geologischen Tiefenlager.
Für den Transport neuer Brennelemente von der Fabrik ins Kernkraftwerk sind keine so aufwändigen Transportvorkehrungen nötig. Diese Brennelemente sind nur minimal radioaktiv. Erst nach dem Einsatz im Reaktor sind die hochaktiven Spaltprodukte im Brennelement vorhanden.