Gesetzliche Grundlagen wie Energieartikel, Energiegesetz, CO₂-Gesetz, Kernenergiegesetz und Stromversorgungsgesetz sind wichtige Instrumente für die Gestaltung der schweizerischen Energiepolitik. Dazu entwickeln Bundesrat und Parlament Energieperspektiven sowie entsprechende Strategien und Umsetzungsprogramme. Das Volk kann bei der Gestaltung der Energiepolitik an der Urne mitreden.

Hohe energiepolitische Anforderungen

Erst 1990 wurde die Energiepolitik im Energieartikel 89 Abs.1 der schweizerischen Verfassung verankert: «Bund und Kantone setzen sich im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine ausreichende, breit gefächerte, sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung sowie für einen sparsamen und rationellen Energieverbrauch ein.»

1 7 2a CH Energieverbrauch 1910 2016 d
Nach einem Rekordwert im Jahr 2010 hat sich der Endenergieverbrauch der Schweiz in den letzten Jahren stabilisiert.

Bund und Kantone sollen also mit geeigneten Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass die Energiewirtschaft die Energieversorgung im Gesamtinteresse optimal erfüllen kann. Wie diese Rahmenbedingung und Ziele aussehen sollen und was «optimal» bedeutet, war seit dem Unfall in Fukushima Gegenstand intensiver Diskussionen.

Zürich Stadelhofen by night
Die Schweizer Elektrizitätsunternehmen haben den Auftrag, die Schweiz verlässlich, wirtschaftlich und umweltverträglich mit Strom zu versorgen

Schwierige Prognosen für die Energiezukunft

Jede Energiestrategie beruht auf Annahmen und Prognosen für die Entwicklung der Energielandschaft Schweiz. Langfristige Prognosen sind aber stets mit grossen Unsicherheiten verbunden und können sich innert Jahresfrist ändern. Die untenstehende Grafik zeigt die Bandbreite der möglichen Szenarien am Beispiel der Stromverbrauchsentwicklung. Die Prognose des BFE zur Entwicklung «Weiter wie bisher» des Jahres 2012 ist wesentlich tiefer als noch im Vorjahr.

Diese Unsicherheiten zeigen: Nur wenn sich die Schweiz sämtliche Optionen für die Stromversorgung offen hält, kann sie bei Bedarf flexibel auf veränderte Anforderungen seitens Verbraucher und Wirtschaft reagieren.

1 7 2b CH Prognose d
Bandbreite in den Annahmen zur Entwicklung des Stromverbrauchs in der Schweiz bis 2050.

Konsequente Energiepolitik vor Fukushima

Bis im Frühjahr 2011 war der energiepolitische Weg der Schweiz klar: Die grossen Schweizer Stromversorgungsunternehmen hatten im Jahr 2010 drei Rahmenbewilligungsgesuche für den Bau von Kernkraftwerken eingereicht. Moderne Reaktoren sollten zu gegebener Zeit die Anlagen Mühleberg, Beznau-1 und -2 sowie die auslaufenden Atomstromlieferverträge mit Frankreich ersetzen. Die Stromversorger wollten damit eine langfristig bewährte Versorgungsstrategie fortsetzen, die auf Wasserkraft, Kernenergie und einem wachsenden Anteil neuer erneuerbarer Energie aus Wind, Sonne und Biomasse beruhte.

Der Bundesrat hatte sich schon 2007 klar für den Bau neuer Kernkraftwerke ausgesprochen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, die Klimaziele zu erreichen und die gesamte Energieversorgung nachhaltiger zu entwickeln, setzte er auf eine Viersäulenstrategie. Sie beruhte auf Energieeffizienz, erneuerbaren Energien, Grosskraftwerken (Kernkraftwerke oder Gaskraftwerke) und internationalem Stromhandel. Als Übergangslösung bis zur Fertigstellung neuer Kernkraftwerke waren Gaskraftwerke angedacht, die vollständige CO₂-Kompensation vorausgesetzt. Auch die Bevölkerung des Kantons Bern stimmte im Februar 2011 an der Urne dem Ersatz des Kernkraftwerks Mühleberg durch ein neues Kernkraftwerk zu.

Bundeshaus
Bundesrat und Parlament beschlossen 2011 die Energiewende. Das Volk stimmte dem neuen Energiegesetz Ende Mai 2017 zu.

Linksumkehrt: Die Energiestrategie 2050

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima änderte der Bundesrat jedoch den energiepolitischen Kurs. Er beschloss am 25. Mai 2011, die bestehenden Kernkraftwerke am Ende ihrer Betriebsdauer nicht durch neue zu ersetzen. Stattdessen setzte er auf grosse Energieeinsparungen und-effizienz, den Ausbau der Wasserkraft und eine starke Förderung der neuen erneuerbaren Energien. Bis 2035 soll der Gesamtenergieverbrauch der Schweiz um 43 Prozent gegenüber dem Jahr 2000 sinken, der Stromverbrauch um 13 Prozent. Dazu soll die Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien von heute gut 2 Terawattstunden auf 14,5 Terawattstunden steigen – also um knapp ein Viertel des heutigen Schweizer Stromverbrauchs oder etwas weniger als die Hälfte der heutigen nuklearen Produktion. Fossile Stromproduktion (Wärmekraftkopplungsanlagen, Gaskombikraftwerke) und Importe sollen den fehlenden Atomstrom ersetzen. Zugleich soll aber im selben Zeitraum der Ausstoss von Treibhausgasen um mehr als die Hälfte unter das Niveau von 1990 sinken.

Mitte 2011 stimmten die eidgenössischen Räte der neuen Energiestrategie zu. Im April 2012 definierte der Bundesrat dazu ein erstes Massnahmenpaket. Nach der Verabschiedung durch das Parlament im Herbst 2016 wurde das Referendum gegen das neue Energiegesetz ergriffen. Das Volk konnte schliesslich im Mai 2017 darüber an der Urne abstimmen. Es entschied sich für die Vorlage und damit für den mittelfristigen Ausstieg aus der Kernenergie. Dies, nachdem es ein halbes Jahr zuvor die Atomausstiegsinitiative abgelehnt und sich für den Betrieb der Kernkraftwerke, solange sie sicher sind, ausgesprochen hatte.

Details und weitere Dokumente zur Energiestrategie 2050 finden Sie hier beim Bund.

Klimapolitik ist auch Energiepolitik

Die Zusammensetzung des Strommix hat grossen Einfluss auf die Treibhausgasemissionen eines Landes. Dank Wasserkraft und Kernenergie kann sich die Schweiz einer im internationalen Vergleich sehr klimafreundlichen Stromversorgung rühmen. Ein Ausbau der neuen erneuerbaren Energien wird diese Bilanz nicht verbessern. Sollten jedoch, was sehr wahrscheinlich ist, auch Wärmekraftkopplungsanlagen und Gaskraftwerke benötigt werden, um die Produktion der heutigen Kernkraftwerke zu ersetzen, würde dies die CO₂-Bilanz der Schweiz massgeblich verschlechtern und die Schweizer Klimaschutzziele torpedieren.

Würde man die heutige Jahresproduktion der Kernkraftwerke (rund 25 TWh) mit modernen Gaskombikraftwerken erzeugen, so würden diese rund zwölf Millionen Tonnen CO₂ ausstossen. Das würde die heutigen Schweizer Emissionen um deutlich mehr als 20 Prozent erhöhen, anstatt sie wie geplant massiv zu senken. Diese Treibhausgase gemäss CO₂-Gesetz zu kompensieren, wäre kostspielig und praktisch kaum umsetzbar. 

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.


Medienmitteilung

Betriebsverlauf

11.11.2019 17:47

Die Anlage produzierte im Oktober 2019 nach Plan und ohne Unterbruch.

Die Zahlen für den Oktober

...

mehr »
Werkbesuche

Werkbesuche

Kommen Sie uns besuchen, und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!

mehr »
Offene Stellen

Offene Stellen

Mitarbeiter/in Projektmanagementoffice
Detail

Fachingenieur Maschinentechnik / Systemverantwortlichen (m/w)
Detail

Instandhalter (m/w)
Detail

Elektromechaniker / Elektroinstallateur EFZ (m/w)
Detail

mehr »
© Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG /Sitemap/Impressum/Disclaimer/Datenschutz