Damit bei Störfällen in Kernanlagen oder beim Umgang mit radioaktivem Material in Medizin, Industrie und Forschung die Öffentlichkeit schnell und verständlich informiert werden kann, hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) die internationale INES-Skala zur Bewertung von Störfällen geschaffen (International Nuclear and Radiological Event Scale). Dabei geht es um Störfälle bei Transport, Lagerung und Anwendung von radioaktivem Material und Strahlungsquellen aller Art. Auch der Verlust oder Diebstahl von radioaktivem oder nuklearem Material wird bewertet.

Betriebsstörung, Zwischenfall oder Unfall?

Die INES-Skala wird weltweit verwendet und umfasst sieben Stufen. Je höher die Stufe, desto schwerwiegender der Vorfall. Stufe 1 beschreibt Abweichungen vom Normalbetrieb, die kein Eingreifen von Sicherheitssystemen erfordern, aber Mängel in der Sicherheitskultur aufzeigen. Stufe 7 beschreibt einen schwerwiegenden Unfall mit weit reichenden Folgen für Gesundheit und Umwelt. Ab Stufe 4 spricht man von einem Unfall, darunter von einem Störfall oder Zwischenfall. Störfälle der Stufen 4 bis 7 sind mit radiologischen Konsequenzen für Mensch und Umwelt verbunden. 

Die Skala ist nicht linear, sondern so aufgebaut, dass jeder Schritt auf der Skala rund zehn Mal schwerwiegender ist als der darunterliegende. Das heisst, ein Unfall der Stufe 4 ist nicht vier Mal schwerwiegender als ein Störfall der Stufe 1, sondern 1000 Mal.

Was die Richter-Skala für Erdbeben ist, ist die INES-Skala für Störfälle in kerntechnischen Anlagen.
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Umfassende Meldepflicht

Die nationalen Aufsichtsbehörden überwachen permanent das einwandfreie Funktionieren der Kernanlagen. Selbst Vorkommnisse, die ohne Bedeutung für die Sicherheit sind und deshalb auf Stufe 0 liegen, was allermeistens der Fall ist, müssen gemeldet werden. In der Schweiz legt das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) (siehe rechte Randspalte) die definitive INES-Klassierung eines Vorkommnisses fest. Und es berichtet über sämtliche meldepflichtigen Vorkommnisse in den schweizerischen Kernanlagen in seinen jährlichen Aufsichtsberichten. Darüber hinaus informiert das ENSI auf seiner Website über relevante Vorkommnisse in schweizerischen KKW,

  • wenn ein Vorkommnis entweder der INES-Stufe 1 oder höher zugeordnet wird,
  • wenn es zur Aktivierung von Sicherheitssystemen gekommen ist,
  • wenn das Vorkommnis mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 1 zu 100 Millionen zu einem Kernschaden führen könnte,
  • oder wenn es zu einer Inkorporation radioaktiver Stoffe mit einer Folgedosis von mehr als einem Millisievert gekommen ist.

Vorkommnisse der INES-Stufe 1 kommen in der Schweiz hin und wieder vor. Vorkommnisse der Stufe 2 – wenn Sicherheitseinrichtungen versagen, aber die Sicherheitsreserven genügen, um auch mit zusätzlichen Fehlern fertigzuwerden – sind in westlichen Kernkraftwerken bereits sehr selten. Seit der offiziellen Einführung der INES-Skala im Jahr 1992 ist die Stufe 2 in den Schweizer Kernkraftwerken erst drei Mal aufgetreten.

Der Unfall im unterirdischen Versuchsreaktor in Lucens (Kanton Waadt) im Jahr 1969 würde heute wahrscheinlich mit der INES-Stufe 4 belegt. Der schwerwiegende Unfall, der sich 1986 im damals noch sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl ereignete, wurde von der IAEO nachträglich der INES-Stufe 7 zugeordnet, der Unfall mit Reaktorschaden im amerikanischen Kernkraftwerk Three Mile Island im Jahr 1979 der Stufe 5 und der Unfall im japanischen Fukushima der Stufe 7.

Mehr Informationen zur INES-Skala (auf Englisch) finden Sie hier.


Medienmitteilung

Betriebsverlauf

13.6.2017 17:05

Die Anlage produzierte im Mai 2017 nach Plan und ohne Unterbruch.

Die Zahlen für den Mai 2017:

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