Bereits während des Betriebs fallen für die Kernkraftwerkbetreiber Entsorgungskosten an, die sie laufend begleichen. Am Ende der Betriebszeit eines Kernkraftwerks folgt ein rund fünf Jahre dauernder Nachbetrieb. Diese Zeit wird benötigt, um die Brennelemente vom Kraftwerk in ein Zwischenlager oder in ein geologisches Tiefenlager zu bringen. Die Kosten für den Nachbetrieb werden schon während des Betriebs zurückgestellt und während des Nachbetriebs direkt durch die Betreiber bezahlt. Am Ende des Nachbetriebs beginnt der vollständige Rückbau der Anlage.

Kontrolliertes Sparen in Fonds

Die Gelder für den Rückbau der Kernkraftwerke, die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle, die Entsorgung aller Abfälle und für den Bau und Betrieb der geologischen Tiefenlager, bis zum definitiven Verschluss werden seit Betriebsaufnahme der Kernkraftwerke zurückgestellt. Seit 1985 (für die Stilllegung) und 2001 (für die Entsorgung) werden die Gelder von den staatlich kontrollierten Stilllegungs- und Entsorgungsfonds bei der Geschäfsstelle des Stilllegungsfonds für Kernanlagen und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke verwaltet. Was die Stilllegung und die Entsorgung kosten wird, wie viel Geld also zu welchem Zeitpunkt in den Fonds vorhanden sein muss, bestimmt eine vom Bund eingesetzte Kommission basierend auf den alle fünf Jahre durchgeführten und vom ENSI geprüften Kostenstudien.

Für die Entsorgung und Stilllegung legen die Kernkraftwerksbetreiber seit Jahren unter Aufsicht des Bundes Geld an.

Für diese Kostenstudien ist detailliertes Wissen über die Abläufe in den Kernkraftwerken nötig. Deshalb werden sie durch swissnuclear erstellt und durch das ENSI geprüft. Basierend auf der Kostenstudie berechnet swissnuclear die Beiträge an die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds. Dabei kommt ein von der Kommission genehmigtes finanzmathematisches Modell zur Anwendung. Die wichtigsten Parameter des Modells hat der Bundesrat in der Stilllegungs- und Entsorgungsverordnung (SEFV) vorgegeben. Für die Betriebsdauer der Kernkraftwerke werden 50 Jahre angenommen, für die Anlagerendite (nominal) 3,5 Prozent und für die Teuerung 1,5 Prozent. Aus Rendite und Teuerung ergibt sich eine Realrendite von 2 Prozent, die langfristig mehr als realistisch ist, wie die bisherige Rendite der Fonds zeigt. Sie betrug im Stilllegungsfonds über die ersten 30 Jahre 4 Prozent – trotz zwei Wirtschaftskrisen in den letzten zehn Jahren.

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Solide auf Kurs: Finanzierung Entsorgung, Nachbetrieb und Stilllegung

Alle Arbeiten für die Stilllegung der Schweizer Kernkraftwerke, ihrem Rückbau und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle kosten insgesamt 22,5 Milliarden Franken (Stand Kostenstudie 2016). Darin sind auch sämtliche bereits bezahlten Entsorgungsaufwendungen wie Wiederaufarbeitung, Zwischenlagerung, Transporte und wissenschaftliche Untersuchungen seit der Gründung der Nagra zu Beginn der 70er-Jahre enthalten: 

Entsorgung während des Betriebs:
      davon schon bezahlte Kosten:
7,7 Mrd. Franken
5,5 Mrd. Franken
Nachbetrieb:1,7 Mrd. Franken 
Stilllegung:3,4 Mrd. Franken 
Entsorgung:9,7 Mrd. Franken 

Von den Kosten für Entsorgung, Stilllegung und Nachbetrieb ist ein beträchtlicher Teil bezahlt bzw. zurückgestellt.

Ende 2016 waren für die Entsorgung während des Betriebs bereits 5,5 Milliarden Franken bezahlt. Die Fonds enthielten 6,9 Milliarden Franken.

Die Kosten für Stilllegung und Entsorgung nach der Ausserbetriebnahme der Kraftwerke werden auf 13,2 Milliarden Franken geschätzt. Die dafür durch die Betreiber in die Fonds einbezahlten Gelder werden am Finanzmarkt angelegt. Geht man im langjährigen Mittel von einer Realrendite von zwei Prozent aus (3,5 % Rendite minus 1,5 % Teuerung), fallen dank der langen Anlagezeit von bis zu 100 Jahren über 5 Milliarden Franken an Kapitalerträgen an. 

Bis zum Ende der Betriebszeit aller Kernkraftwerke werden die Mittel für die Stilllegung der Anlagen und die Entsorgung der Abfälle angespart sein.

Nicht in diesen Kosten enthalten ist der Aufwand für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung. Das Bundesamt für Gesundheit koordiniert die Entsorgung dieser Abfälle resp. ihre Konditionierung und Zwischenlagerung im Bundeszwischenlager (BZL) am Paul Scherrer Institut und erhebt dafür eine volumenabhängige Gebühr.

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Die Branche haftet solidarisch

Sollte ein Betreiber eines Kernkraftwerks zahlungsunfähig werden, haften gemäss Kernenergiegesetz die übrigen Kernkraftwerke entsprechend ihrem Anteil an den Beiträgen solidarisch und müssen Nachschüsse aus ihren eigenen Mitteln leisten. Sollten sie das nicht können – falls also alle vom Gesetzgeber vorgenommenen Absicherungen versagen –, entscheidet die Bundesversammlung, ob und in welchem Ausmass sich der Bund an den nicht gedeckten Kosten beteiligt. 

Um jegliches Risiko auszuschliessen, dass der Bund dereinst für allfällige Finanzierungslücken aufkommen muss, müssen die Kernkraftwerksbetreiber gemäss Bundesratsbeschluss ab Januar 2015 neu einen sogenannten Sicherheitszuschlag die Fonds bezahlen. Er beträgt 30 Prozent auf die geschätzten Stilllegungs- und Entsorgungskosten. In Anbetracht der langfristig guten Performance der Fonds, der regelmässigen Überprüfung und Anpassung der Beiträge im Fünfjahresabstand sowie der solidarischen Haftung aller Betreiber ist dieser Beschluss sachlich nicht nachvollziehbar. Die durch den Bund gesetzten Sollwerte in den Fonds werden erreicht, und beide Fonds sind auf Kurs. 

Hier finden Sie die im Juni 2014 revidierte Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung.
Mehr Informationen und detaillierte Faktenblätter zu den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds für Kernanlagen finden Sie bei swissnuclear sowie beim Bundesamt für Energie.


Medienmitteilung

Betriebsverlauf

11.8.2017 14:31

Die Anlage produzierte im Juli 2017 nach Plan und ohne Unterbruch. Am 24., 25. und am 27. Juli 2017

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