Die Kernenergie ist nicht erst seit Tschernobyl und Fukushima eine kontroverse Technologie und steht seit Jahren unter besonders kritischer Beobachtung durch die Öffentlichkeit und insbesondere durch Umweltorganisationen. Das hat sein Gutes: Es hat der Branche geholfen, ein selbstkritisches Bewusstsein zu entwickeln und sich konstant zu verbessern.

Dass die sichere Entsorgung der radioaktiven Abfälle in der Schweiz machbar ist, davon ist der Bund überzeugt, der jetzt zusammen mit der Nagra daran arbeitet, diese Entsorgung auch in der Praxis zu lösen. Letztlich hat auch der zuverlässige Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke über 40 Jahre dazu beigetragen, dass die Schweizerinnen und Schweizer heute kaum an der Sicherheit der Anlagen zweifeln und sich bislang mehrheitlich für die Nutzung der Kernenergie entschieden haben.

Eidgenössische Volksabstimmungen

Es kam in der Vergangenheit in der Schweiz mehrfach zu Abstimmungen über Vorlagen, die den vollständigen oder zumindest teilweisen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie forderten:

1979: Eine erste Volksinitiative mit dem Zweck, den Bau neuer Kernanlagen zu verhindern und die Betriebsbedingungen der bestehenden Werke zu erschweren, wird vom Schweizer Stimmvolk abgelehnt.

1984: Die Volksinitiative «Für eine Zukunft ohne weitere Kernkraftwerke» fordert ein Verbot für den Bau neuer Kernanlagen. Auch sie scheitert am Nein des Stimmvolkes.

1990: Die Volksinitiativen «Für den Ausstieg aus der Atomenergie» fordert nicht nur den Verzicht auf neue Kernkraftwerke, sondern auch die Stilllegung bestehender Anlagen und zwar «so rasch als möglich». Die Vorlage wird abgelehnt, womit das Stimmvolk den Entscheid von 1984 bestätigt. Die Volksinitiative «Stopp dem Atomkraftwerkbau (Moratorium)» wird hingegen angenommen. Während zehn Jahren dürfen keine Rahmen-, Bau-, Inbetriebnahme- oder Betriebsbewilligungen für neue Einrichtungen zur Erzeugung von Atomenergie erteilt werden.

2003: Die Volksinitiative «Strom ohne Atom – für eine Energiewende und die schrittweise Stilllegung der Atomkraftwerke» fordert erneut den Atomausstieg sowie die Stilllegung aller Schweizer Kernkraftwerke nach maximal 30 Jahren Betriebsdauer. Die Kernkraftwerke Beznau-1 und -2 sowie Mühleberg sollen sogar innerhalb zweier Jahre vom Netz gehen. Das Verdikt des Schweizer Stimmvolks fällt überaus deutlich aus: Zwei Drittel der Abstimmenden sagen Nein. Auch eine zweite Vorlage scheitert an der Urne, allerdings nicht ganz so deutlich: Über 58 Prozent erteilen der Volksinitiative «MoratoriumPlus – für die Verlängerung des Atomkraftwerk-Baustopps und die Begrenzung des Atomrisikos» eine Absage.

2016: Die Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)» wollte die Laufzeit der fünf Schweizer Kernkraftwerke auf 45 Jahre beschränken und den Bau neuer Reaktoren verbieten. Mühleberg, Beznau I und Beznau II hätten 2017 stillgelegt werden müssen, Gösgen 2024 und Leibstadt 2029. Die Initiative wurde mit 54,2%-Neinstimmen abgelehnt.

2017: Das Parlament revidierte zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 das Energiegesetz. Es soll dazu dienen, den Energieverbrauch zu senken, die Energieeffizienz zu erhöhen und erneuerbare Energien zu fördern. Zudem wird der Bau neuer Kernkraftwerke verboten. Das Energiegesetz wurde mit 58,2%-Jastimmen angenommen

Eine Übersicht über alle bisherigen eidgenössischen Abstimmungen im Bereich Energie finden Sie hier.

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Umfragen zeigen: Kernenergie bleibt nötig

Die Akzeptanz für Kernenergie litt unter den Unfällen in Tschernobyl und Fukushima – trotz der grossen ökologischen und wirtschaftlichen Vorteilen, die Atomstrom der Schweiz bringt. Doch die Schweizer Bevölkerung ist sich bewusst, wie wichtig die bestehenden Kernkraftwerke für die Versorgungssicherheit sind, und hält die Schweizer Anlagen mit grosser Mehrheit für sicher. Das zeigen die Umfragen des Marktforschungsinstituts Demoscope, die im Auftrag von swissnuclear seit 2001 jährlich bei über 2200 Personen durchgeführt werden.

Nach Fukushima haben die positiven Resultate der Sicherheitsüberprüfungen durch das ENSI das Vertrauen in die KKW wieder angehoben.

Für die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist Kernenergie nach wie vor notwendig für die Stromversorgung, und drei Viertel der Befragten sind von der Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke überzeugt. Deshalb finden auch rund 70 Prozent, dass die Kernkraftwerke so lange betrieben werden sollen, wie sie sicher sind. Die Öffentlichkeit anerkennt damit das hohe Sicherheitsniveau der Schweizer KKW, das konstanten technischen Verbesserungen und vorausschauenden Modernisierungen durch die Betreiber zu verdanken ist.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten erkennt den Preisvorteil der Kernenergie. Doch nur knapp die Hälfte weiss um ihre Klimafreundlichkeit. Rund drei Viertel der Befragten ist jedoch besonders wichtig, dass die Energiestrategie 2050 weder zu grösserer Auslandabhängigkeit noch zu einer Gefährdung der Versorgungssicherheit führt. Die Befragten sind offen für Alternativen zur Kernenergie, aber nicht um jeden Preis: wiederum rund drei Viertel wollen, dass der Strom auch in Zukunft in der Schweiz erzeugt wird.

Die Schweizerinnen und Schweizer wissen, dass Kernenergie wirtschaftlich ist.
Die öffentliche Meinung zur Klimafreundlichkeit der KKW ist noch gespalten.

Medienmitteilung

Betriebsverlauf

7.9.2017 17:24

Die Anlage produzierte im August 2017 nach Plan und ohne Unterbruch.

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