Die Kernenergie ist nicht erst seit Tschernobyl und Fukushima eine kontroverse Technologie und steht seit Jahren unter besonders kritischer Beobachtung durch die Öffentlichkeit und insbesondere durch Umweltorganisationen. Das hat sein Gutes: Es hat der Branche geholfen, ein selbstkritisches Bewusstsein zu entwickeln und sich konstant zu verbessern.

Dass die sichere Entsorgung der radioaktiven Abfälle in der Schweiz machbar ist, davon ist der Bund überzeugt, der jetzt zusammen mit der Nagra daran arbeitet, diese Entsorgung auch in der Praxis zu lösen. Letztlich hat auch der zuverlässige Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke über 40 Jahre dazu beigetragen, dass die Schweizerinnen und Schweizer heute kaum an der Sicherheit der Anlagen zweifeln und sich bislang mehrheitlich für die Nutzung der Kernenergie entschieden haben.

1 7 3a Abstimmungen d

Eidgenössische Volksabstimmungen

Verschiedene Vorlagen haben seit 1979 den vollständigen oder zumindest teilweisen Ausstieg aus der Kernenergie gefordert:

1979: Eine erste Volksinitiative wollte den Bau neuer Kernanlagen verhindern und die Betriebsbedingungen der bestehenden Werke erschweren. Sie wurde vom Schweizer Stimmvolk mit 51,2 Prozent Neinstimmen abgelehnt.

1984: Die Volksinitiative «Für eine Zukunft ohne weitere Kernkraftwerke» forderte ein Verbot für den Bau neuer Kernanlagen. Auch sie scheiterte am Nein des Stimmvolkes (55 Prozent).

1990: Die Volksinitiativen «Für den Ausstieg aus der Atomenergie» forderte nicht nur den Verzicht auf neue Kernkraftwerke, sondern auch die Stilllegung bestehender Anlagen, und zwar «so rasch als möglich». Die Vorlage wurde mit 52,9 Prozent abgelehnt, womit das Stimmvolk den Entscheid von 1984 bestätigte. Die Volksinitiative «Stopp dem Atomkraftwerkbau (Moratorium)» wurde hingegen angenommen. Während zehn Jahren durften keine Rahmen-, Bau-, Inbetriebnahme- oder Betriebsbewilligungen für neue Einrichtungen zur Erzeugung von Atomenergie erteilt werden.

2003: Die Volksinitiative «Strom ohne Atom – für eine Energiewende und die schrittweise Stilllegung der Atomkraftwerke» forderte erneut den Atomausstieg sowie die Stilllegung aller Schweizer Kernkraftwerke nach maximal 30 Jahren Betriebsdauer. Die Kernkraftwerke Beznau-1 und -2 sowie Mühleberg sollten sogar innerhalb zweier Jahre vom Netz gehen. Das Verdikt des Schweizer Stimmvolks fiel überaus deutlich aus: Zwei Drittel der Abstimmenden sagten Nein. Auch eine zweite Vorlage scheiterte an der Urne: Über 58 Prozent erteilten der Volksinitiative «MoratoriumPlus – für die Verlängerung des Atomkraftwerk-Baustopps und die Begrenzung des Atomrisikos» eine Absage.

2016: Die Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)» wollte die Laufzeit der fünf Schweizer Kernkraftwerke auf 45 Jahre beschränken und den Bau neuer Reaktoren verbieten. Mühleberg, Beznau I und Beznau II hätten 2017 stillgelegt werden müssen, Gösgen 2024 und Leibstadt 2029. Die Initiative wurde mit 54,2%-Neinstimmen abgelehnt.

2017: Das Parlament revidierte zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 das Energiegesetz. Es soll dazu dienen, den Energieverbrauch zu senken, die Energieeffizienz zu erhöhen und erneuerbare Energien zu fördern. Zudem wird der Bau neuer Kernkraftwerke verboten. Das Energiegesetz wurde mit 58,2%-Jastimmen angenommen und ist seit Januar 2018 in Kraft.

Eine Übersicht über alle bisherigen eidgenössischen Abstimmungen im Bereich Energie finden Sie hier.

Umfragen zeigen: Kernenergie bleibt nötig

Die Akzeptanz für Kernenergie litt unter den Unfällen in Tschernobyl und Fukushima – trotz der grossen ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile, die Atomstrom der Schweiz bringt. Doch die Schweizer Bevölkerung ist sich bewusst, wie wichtig die bestehenden Kernkraftwerke für die Versorgungssicherheit sind, und sie hält die Schweizer Anlagen mit grosser Mehrheit für sicher. Das zeigen die Umfragen des Marktforschungsinstituts Demoscope, die im Auftrag von swissnuclear seit 2001 jährlich bei über 2200 Personen durchgeführt werden

1 7 3b Grafik AKW Sicherheit d
Seit Fukushima haben die positiven Resultate der Sicherheitsüberprüfungen durch das ENSI das Vertrauen in die KKW wieder auf über 66% angehoben (Daten Demoscope 2017).

Für die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist Kernenergie nach wie vor notwendig für die Stromversorgung. Deshalb finden gut 64 Prozent, dass die Kernkraftwerke so lange betrieben werden sollen, wie sie sicher sind. Die Öffentlichkeit anerkennt damit das hohe Sicherheitsniveau der Schweizer Kernkraftwerke, das konstanten technischen Verbesserungen und vorausschauenden Modernisierungen durch die Betreiber zu verdanken ist.

1 7 3c Grafik Weiterbetrieb d
Die Bevölkerung will die Laufzeiten der Kernkraftwerke nicht befristen. Sie sollen laufen, so lange sie sicher sind.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten erkennt auch den Preisvorteil der Kernenergie. Doch nur knapp die Hälfte weiss um ihre Klimafreundlichkeit. Die Befragten sind offen für Alternativen zur Kernenergie, aber nicht um jeden Preis: Wiederum rund drei Viertel wollen, dass der Strom auch in Zukunft in der Schweiz erzeugt wird. Und sollte die Versorgungssicherheit gefährdet sein, so wären 71 Prozent für einen Ersatz der bestehenden Kernkraftwerke durch neue. Bei technologischem Fortschritt darf die Atomenergie für eine Mehrheit der Befragten wieder in Betracht gezogen werden.

1 7 3d Grafik Nutzen d
Die Schweizerinnen und Schweizer wissen, dass Gesellschaft und Wirtschaft viel von der Kernenergie profitiert haben.

Medienmitteilung

Betriebsverlauf

7.5.2019 16:12

Die Anlage produzierte im April 2019 nach Plan und ohne Unterbruch.

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