Betriebsverlauf

Das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) produzierte 2013 netto 6,41 Milliarden kWh (2012: 8,07 Mrd. kWh) elektrischer Energie ohne Abgabe von Luftschadstoffen und klima­schädi­genden Gasen. 

Im Auftrag der Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid AG wurde im Rahmen der Netzregelung die Leistungsabgabe dreimal während insgesamt 8 Stunden um 80 Megawatt reduziert.

Die Jahresrevision dauerte vom 4. Mai bis zum 2. Juli 2013. Die aufwendigsten Projekte fanden im Maschinenhaus statt mit dem Umbau der Turbinen, Kondensatoren und dem Generator. Während der langen Abstellungszeit wurden umfangreiche Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten an maschinen-, leit- und starkstromtechnischen Komponenten und Einrichtungen vorgenommen. Zu den weiteren Schwerpunkten der Jahresrevision zählte die Erneuerung der Mischnaht­verbindungen im Bereich der Druckhalter-Sprühlanzenstutzen, der vorbeugende Ersatz der Druckhalterheizstäbe, die alle zehn Jahre stattfindende Zustandsprüfung der Reaktordruck­halterbolzen, die Revision des Axiallagers einer Hauptkühlmittelpumpe sowie die Prüfung der Dichtheit des Sicherheitsbehälters im Reaktorgebäude. Im Kommandoraum wurde das Hauptfahrpult ersetzt. In zwei Strängen fand eine leittechnische Grossrevision statt. Zwei rotierende Umformer wurden durch statische Wechselrichter ersetzt und in vier Strängen wurden die 220-V-Gleichrichter getauscht.
 
Während der Revision wurden 36 abgebrannte Brennelemente durch neue Brennelemente aus wiederaufgearbeitetem Uran (WAU) ersetzt. Die Kernbeladung des 35. Zyklus umfasst 177 Uran-Brennelemente, davon sind 173 WAU-Brennelemente. Insgesamt dauerte die Revision 59,4 Tage (2012: 20,5 Tage).
 
Nach Abschluss der Revisionsarbeiten wurden beim Anfahren des Turbosatzes unzulässige Wellenschwingungen im Bereich des Generators festgestellt. Die Anlage wurde für die Dauer von 20,2 Tagen zur Diagnose und Fehlerbehebung abgestellt. Als Ursache für die erhöhten Wellenschwingungen wurden verschlossene Kühlgaskanäle im Rotor festgestellt, die zu einer thermischen Unwucht führten. Am 24. Juli 2013 wurde beim Wiederanfahren eine Turbinenschnellabschaltung ausgelöst, die bei Einstellarbeiten am Spannungsregler durch den Überspannungsschutz verursacht wurde. Der Generator wurde am gleichen Tag wieder mit dem Netz synchronisiert. Am 8. August wurde die Anlage heruntergefahren, um eine Dichtölleckage im Generator zu reparieren. Nach 14,8 Tagen wurde die Stromproduktion wieder aufgenommen.
 
Bei den Dichtheitsprüfungen der bestrahlten Brennelemente während der Jahresrevision wurden keine Defekte festgestellt.
 
Die Aarepapier AG in Niedergösgen und die Papierfabrik Cartaseta-Friedrich & Co. in Däniken wurden vom KKG mit Heizdampf versorgt. Die 2013 bezogenen Dampfmengen entsprechen der thermischen Energie von 153 Millionen Kilowattstunden. Durch den Bezug des Heizdampfes vom KKG vermieden die beiden Dampfbezüger die Verbrennung von etwa 14 400 Tonnen Heizöl und damit die Abgabe von rund 45 200 Tonnen Kohlendioxid an die Umwelt.
 

Verschiedenes

 
Die durch den Betrieb in der Umgebung verursachte maximale Strahlendosis der Bevölkerung lag weit unter dem Dosisrichtwert von 0,3 mSv pro Jahr und Person. Die Kollektivdosis aller im Kraftwerk tätigen beruflich strahlenexponierten Personen erreichte 2013 mit 670,5 Millisievert (mSv) einen sehr guten Wert.
 
Das KKG beschäftigte Ende Jahr 515 Personen (2012: 503), was 495 Vollzeitpensen entspricht (2011: 469). Darin enthalten sind 15 Lernende mit den Berufszielen Elektroniker, Polymechaniker, Hauswirtschafterin, Kaufmann und Kauffrau, Informatiker, Laborant und Elektroinstallateur. 54 Mitarbeiter hatten vom Ensi die Zulassung als Pikett­ingenieure, Schichtchefs und Reaktoroperateure. Insgesamt verfügten im Strahlenschutz 15 Mitarbeiter über eine Anerkennung als Strahlenschutzsachverständiger, als Strahlenschutz­techniker oder als Strahlenschutzfachkraft. In zahlreichen Kursen und Workshops erweiterten Mitarbeitende aller Abteilungen ihr Fachwissen und trainierten ihre beruflichen Fertigkeiten.
 
Rund 12 500 Personen besichtigten das Werk. Im Juli fanden zwei Kurse in deutscher Sprache über die Schweizer Stromproduktion statt, an denen jeweils 29 Lehrerinnen und Lehrer teilnahmen. Der französischsprachige Kurs war mit 21 Teilnehmenden aus der Westschweiz ausgebucht und fand im August statt.

   2013 2012 2011
               

Bruttoerzeugung

Mio.

kWh

  6 773   8 516   8 344

 

             

Nettoerzeugung

Mio.

kWh

  6 410   8 074   7 910

 

             

Betriebsstunden

    6 492   8 281   8 122

 

             

Zeitverfügbarkeit

    74,1%   94,4%   92,8%

 

             

Arbeitsausnutzung

    74,7%   93,7%   92,0%

 

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