Das Kernkraftwerk Gösgen erzielte 2006 mit netto 8,10 Milliarden kWh einen Rekord ohne Abgabe von klima­schädi­genden Gasen und Luftschadstoffen. Die im Vergleich zum Vor­jahr (7,58 Milliarden kWh) höhere Stromproduktion ist auf die in der Jahresrevision 2005 realisierten Wirkungs­graderhöhungen im Bereich der Hochdruckturbine und der Wasser­ab­scheider-Zwischen­überhitzer sowie auf die Verbesserungen am Kühlturm zurückzuführen.
 
Während der Jahresrevision wurden umfangreiche Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten an maschinen-, leit- und starkstromtechnischen Komponenten und Einrichtungen vorgenommen. Schwerpunkt der Revisionsarbeiten waren am Reaktor­druckbehälter die zerstörungsfreien Materialprüfungen und die Entnahme von Bestrahlungsproben aus dem Reaktordruckbehälter. Zudem wurde die Erdbeben­instrumentierung, die Laufräder der drei Speisewasserpumpen und der Generator­erreger ausgetauscht.
 
Im Reaktorkern wurden 52 der insgesamt 177 Brennelemente ersetzt. Im 28. Produktionsjahr enthält der Reaktor 25 Uran-, 100 WAU- und 52 MOX-Brennelemente. Der grösste Teil der Kernbeladung stammt aus rezykliertem Spaltmaterial. Durch den Einsatz von MOX- und WAU- Brennelementen können pro Jahr rund 180 Tonnen Natururan eingespart werden. Insgesamt dauerte die Revision 22 Tage (2005: 41,5 Tage).
 
Die 2006 an die Mondi Packaging Niedergösgen AG abgegebene Heissdampfmenge entsprach der ther­mischen Energie von 193 Millionen kWh. Dank der Nutzung von Dampf aus dem Kernkraftwerk vermied die Kartonfabrik die Verbrennung von rund 19 000 Tonnen Öl und damit die Abgabe von mehr als 58 000 Tonnen Kohlendioxid.
 
Am 27. Juni wurde die Leistung reduziert und der Generator für rund zwei Stunden vom Netz getrennt, um eine Fehlfunktion des Erregers zu beheben. Am 15. Juli führte ein Fehler in einem Messkreis zur Abschaltung einer Hauptkühlmittelpumpe. Reaktor- und Generatorleistung wurden automatisch reduziert. Als Reaktion auf die europäische Netzstörung vom 4. November wurde die Leistung kurzzeitig auf 990 MW reduziert. Nach der Stabilisierung des Netzes konnte die Leistung wieder auf Volllast erhöht werden. Die letzte ungeplante Reaktorschnellabschaltung ereignete sich 1990.
 
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Verschiedenes
 
Beim Bau des Brennelement-Nasslagers wurden die Aussenwände sowie die Rohbauten am Lagerbecken, die Arbeiten an den Innenwänden im Bereich des Eingangs und des Lagergebäudes fertig gestellt. Die Erweiterung des Hilfsanlagengebäudes ist im Rohbau fertig. Der Innenausbau wurde in Angriff genommen.
 
Die durch den Betrieb des Kernkraftwerks Gösgen in der Umgebung verursachte maximale Strahlendosis der Bevölkerung lag weit unter dem Dosisrichtwert von 0,3 mSv pro Jahr und Person. Die Kollektivdosis aller im Kraftwerk beruflich strahlenexponierten Personen lag unter dem Mittelwert der letzten 10 Jahre.
 
Das KKG beschäftigte Ende Jahr 390 Vollzeitangestellte und 15 Lernende. Zusätzliche Teil­zeit­angestellte waren in der Reinigung, im Personalrestaurant und im Besucherwesen tätig. 59 Mitarbeiter waren von der HSK als Pikettingenieure, Schichtchefs und Reaktoroperateure lizenziert und 17 Mitarbeiter wurden als Strahlenschutzfachkräfte anerkannt. In zahlreichen Kursen und Workshops erweiterten Mitarbeitende aller Abteilungen ihr Fachwissen und trainierten ihre beruflichen Fertigkeiten.
 
Insgesamt besichtigten etwa 20 000 Personen das Werk. Im August nahmen 30 Lehrerinnen und Lehrer an einem alljährlich durchgeführten einwöchigen Weiterbildungskurs teil.
 
        2006   2005   2004
                 
Bruttoerzeugung   Mio. kWh   8 538   7 997   8 458
                 
Nettoerzeugung   Mio. kWh   8 099   7 583   8 016
                 
Betriebsstunden       8 230   7 755   8 300
                 
Zeitverfügbarkeit       93,9 %   88,5 %   94,5 %
                 
Arbeitsausnutzung       95,6 %   89,5 %   94,4 %
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