Betriebsverlauf


Das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) produzierte 2015 netto 7,97 Milliarden kWh (2014: 8,02 Mrd. kWh) elektrischer Energie ohne Abgabe von Luftschadstoffen und klima­schädi­genden Gasen.
Die Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid AG hat im Rahmen der Netzregelung einmal die angebotene Leistungsreduktion abgerufen. Die Leistungsabgabe wurde während 2 Stunden um 65 Megawatt reduziert.
Die Jahresrevision dauerte vom 6. Juni bis zum 6. Juli 2015. Während der Abstellzeit wurden im nuklearen und konventionellen Teil der Anlage umfangreiche Instandhaltungs- und Prüfungsarbeiten an maschinen-, starkstrom- und leittechnischen Komponenten und Einrichtungen ausgeführt. Insgesamt wurden während der Revision rund 4000 Instandhaltungsarbeiten abgeschlossen. Zu den Schwerpunkten der Jahresrevision zählten Prüfungen an Schweissnähten und am Grundmaterial des Reaktordruckbehälters sowie die Druckprobe des Reaktorkühlsystems. Die Prüfungen für die Schweissnähte werden alle zehn Jahre wiederholt. Das Prüfprogramm war wegen der Befunde im belgischen Kernkraftwerk Doel 3 erweitert worden. Es wurden dabei keine Anzeichen von wasserstoffinduzierten Fehlern in der Behälterwand des Reaktordruckgefässes festgestellt.
Während der Jahresrevision fanden umfangreiche elektrische Baugruppenprüfungen statt. Im Notstandsgebäude wurden zusätzliche Signale auf Anzeigen und Schreiber aufgeschaltet. Im Maschinenhaus wurden neue Schwingungsdiagnosesysteme für den Turbinenstrang, den Wickelkopf des Generators und den Hauptspeisewasserpumpen eingebaut. Ausserdem wurde der zweite Hauptkühlwasserpumpenmotor ersetzt, nachdem 2014 bereits der erste Motor ausgetauscht wurde.
Während der Revision wurden 32 abgebrannte Brennelemente durch neue Brennelemente aus wiederaufgearbeitetem Uran (WAU) ersetzt. Die Kernbeladung des 37. Zyklus umfasst 177 Uran-Brennelemente, davon sind 173 WAU-Brennelemente und vier Testbrennelemente in der dritten Standzeit. Insgesamt dauerte die Revision 30 Tage (2014: 30 Tage).
Am 13. Juli wurde aufgrund starker Untererregung des Generators durch die Betriebsmannschaft vorsorglich ein Turbinenschnellschluss ausgelöst. Die Anlage wurde vom Netz getrennt. Am gleichen Tag wurde die Ursache behoben. Beim Anfahren der Anlage gab es während einer Störungsbehebung einen Handhabungsfehler. Diese Fehlmanipulation löste eine Reaktorschnellabschaltung aus. Die Anlage verhielt sich sicherheitsgerichtet und auslegungsgemäss. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI stufte das Vorkommnis dennoch auf Stufe 1 der internationalen Ereignisskala INES ein. Begründet wurde diese Einstufung damit, dass das Vorkommnis durch menschliche Fehlhandlungen ausgelöst wurde. Die Anlage wurde am 14. Juli wieder mit dem Netz synchronisiert und die Leistung auf Volllast erhöht.
Am 16. August wurde die Anlage zur Reparatur einer geringfügigen Speisewasserleckage im konventionellen Teil der Anlage heruntergefahren. Nach Behebung des Fehlers wurde die Anlage am 18. August wieder mit dem Netz synchronisiert. Seither produzierte die Anlage nach Plan und ohne Unterbruch.
Die Aarepapier AG in Niedergösgen und die Papierfabrik Cartaseta-Friedrich & Co. in Däniken wurden vom KKG mit Heizdampf versorgt. Die 2015 bezogenen Dampfmengen entsprechen der thermischen Energie von 188 Millionen Kilowattstunden. Durch den Bezug des Heizdampfes vom KKG vermieden die beiden Dampfbezüger die Verbrennung von etwa 17800 Tonnen Heizöl und damit die Abgabe von rund 55800 Tonnen Kohlendioxid an die Umwelt.

Verschiedenes
 
Die durch den Betrieb in der Umgebung verursachte maximale Strahlendosis der Bevölkerung lag weit unter dem Dosisrichtwert von 0,3 Millisievert (mSv) pro Jahr und Person. Die Kollektivdosis aller im Kraftwerk tätigen beruflich strahlenexponierten Personen erreichte 2015 mit 493 mSv einen sehr guten Wert.
Das KKG beschäftigte Ende Jahr 535 Personen (2014: 529), was 511,5 Vollzeitpensen entspricht (2014: 507,10). Darin enthalten sind 12 Lernende mit den Berufszielen Elektroniker, Polymechaniker, Fachfrau Hauswirtschaft, Kauffrau und Kaufmann, Laborant und Elektroinstallateur. 58 Mitarbeiter hatten vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI die Zulassung als Pikett­ingenieure, Schichtchefs und Reaktoroperateure. Insgesamt verfügten im Strahlenschutz 15 Mitarbeiter über eine Anerkennung als Strahlenschutzsachverständiger, als Strahlenschutz­techniker oder als Strahlenschutzfachkraft. In zahlreichen Kursen und Workshops erweiterten Mitarbeitende aller Abteilungen ihr Fachwissen und trainierten ihre beruflichen Fertigkeiten.
Rund 14500 Personen besichtigten das Werk. Im Juli fand ein Kurs in deutscher Sprache über die Schweizer Stromproduktion statt, an dem 27 Lehrerinnen und Lehrer teilnahmen.

Unbenanntes Dokument

    2015 2014 2013
                 

Bruttoerzeugung

  Mio. kWh  

8 399

  8 452   6 773

 

               

Nettoerzeugung

  Mio. kWh   7 971   8 022   6 410

 

               

Betriebsstunden

      7 980   8 029   6 492

 

               

Zeitverfügbarkeit

      91,3%   91,7%   74,1%

 

               

Arbeitsausnutzung

      90,5%   92,1%   74,7%
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