Nach 20-monatiger Bauzeit wird der Anbau zum Reaktorhilfsanlagengebäude bezogen. Mit der Gebäudeerweiterung stehen zusätzlich 8000 Kubikmeter für Werkstätten und für Lagerräume zur Verfügung. Im neuen Gebäude wurden die neuesten Erkenntnisse der Erdbebenforschung umgesetzt.


Ein schlanker, drei Etagen tragender Anbau erweitert das Reaktorhilfsanlagengebäude an seiner Westseite auf der Gesamtlänge von 65 Metern. Die Gebäudeerweiterung ist 7,5 Meter breit und 16,5 Meter hoch. Sie umfasst damit ein Volumen von rund 8000 Kubikmetern. In den neuen Räumen befinden sich Werkstätten für die Abteilungen Maschinen- und Elektrotechnik, zwei Werkzeugausgaben mit Hochregallager, eine Malerwerkstatt sowie Einrichtungen des praktischen Strahlenschutzes. Mit dem zusätzlichen Platzangebot wird die Lagerung von Materialien optimiert und der Brandschutz verbessert.


Rund 50 Firmen waren am Bau beteiligt, der in über hundert Betonieretappen ohne Arbeitsunfall fertiggestellt wurde. Das Investitionsvolumen betrug 30 Millionen Schweizer Franken. Für über 20 Millionen Franken wurden Aufträge an Schweizer Firmen vergeben.

Eckdaten des Bauablaufs
Die Bauarbeiten begannen im November 2005 mit Pfahlarbeiten. Anschliessend wurde die Baugrube stufenweise ausgehoben. Es folgten der Rohbau mit den Schalungs-, Armierungs- und Betonierarbeiten. Anfang Dezember 2006 wurde der letzte Kubikmeter Beton für die Erweiterung des Hilfsanlagengebäudes gemischt. Im Januar 2007 begann dann die Montage der Installationen und der Endausbau. Diese Arbeiten wurden im Juni 2007 abgeschlossen.


Der Anbau wurde als Totalunternehmerauftrag an Areva NP, Erlangen, Deutschland, vergeben. Die Colenco Power Engineering CPE, Baden, wurde zur Unterstützung der KKG-Projektleitung herangezogen. Die Baumeisterarbeiten führte die Implenia AG, Solothurn, aus.


Das Bauprojekt erforderte ein umfangreiches Bewilligungsverfahren. Zehn Amtsstellen waren einbezogen, darunter Bundesbehörden, kantonale Stellen und die Standortgemeinde Däniken. Rund 3000 Seiten an diversen Unterlagen mussten dafür zusammengestellt werden.

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Eigenheiten des Bauwerks


Der Anbau wurde mit dem Reaktorhilfsanlagengebäude nicht direkt verbunden, sondern mit einer Dilatationsfuge (Luftspalt) abgetrennt und als selbstständiges Bauwerk ausgebildet. Damit wird das dynamische Gebäudeverhalten des Reaktorhilfsanlagengebäudes im Falle eines Erdbebens nicht tangiert. Diese Entkopplung hatte zur Folge, dass der schlanke Anbau zur Sicherstellung der Erdbebenkippsicherheit mit 54 Zug- und Druckpfählen im Erdreich verankert werden musste. Diese Pfähle sind 13 Meter lang und haben einen Durchmesser von 1,30 Meter.


Zur Ableitung der Erdbebenkräfte enthält die zwei Meter dicke Fundamentplatte eine massive Armierung von 280 Kilogramm pro Kubikmeter Beton, was etwa dem fünffachen Eisengehalt für konventionelle Bauten entspricht. Dies erklärt die rund 700 Tonnen Stahl, die für den Anbau des Hilfsanlagengebäudes benötigt wurden.

Auskunft:
Dr. Bruno Elmiger
Konstantin Bachmann
Tel. 062 288 20 00
 
Zusatzinformation zum Reaktorhilfsanlagengebäude


Das Reaktorhilfsanlagengebäude gehört zusammen mit dem Reaktorgebäude zum nuklearen Teil der Anlage. Zusammen bilden die beiden Gebäude einen geschlossenen Kontrollbereich.


Das Reaktorgebäude umschliesst den Sicherheitsbehälter, in dem das gesamte unter Betriebsdruck stehende Reaktorkühl- und Druckhaltesystem und Teile der unmittelbar damit im Zusammenhang stehenden nuklearen Hilfsanlagen untergebracht sind.


Das Reaktorhilfsanlagengebäude enthält Hilfsanlagen, die den Reaktorbetrieb unterstützen, unter anderem die Aufbereitungsanlage für Abwässer, Konzentrate und Abgase, die zentrale Zuluft- und Abluftanlage für den Kontrollbereich sowie die Abfalllager für schwach- und mittelaktive Abfälle.


In den Räumen des Reaktorhilfsanlagengebäudes werden verschiedenste Arbeiten durchgeführt, zum Beispiel Unterhaltsarbeiten an elektro- und maschinentechnischen Komponenten, Dekontaminationsarbeiten und Laborarbeiten mit radioaktiven Stoffen. Die für die Unterhaltsarbeiten im nuklearen Bereich der Anlage benötigten Werkzeuge und Hilfsstoffe werden hier gelagert.
 
Abbildung 2
Bezug einer Werkstätte der Maschinentechnik im Anbau zum Reaktorhilfsanlagengebäude
(Juli 2007)
 
 
Abbildung 3
Bezug einer Werkstätte der Elektrotechnik im Anbau zum Reaktorhilfsanlagengebäude (Juli 2007)
 
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