Betriebsverlauf

Das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) produzierte 2019 netto 7,82 Milliarden Kilowattstunden (2018: 8,25 Milliarden Kilowattstunden) ohne Abgabe von Luftschadstoffen und klimaschädlichen Gasen.

Die Jahresrevision dauerte vom 1. Juni bis zum 22. Juni 2019 insgesamt 21 Tage (2018: 21,5 Tage). Während der Jahresrevision wurden im nuklearen und konventionellen Anlagenteil umfangreiche Prüfungs- und Instandhaltungsarbeiten an maschinen-, leit- und starkstromtechnischen Komponenten und Einrichtungen vorgenommen. Gesamthaft wurden während der Jahresrevision rund 4 300 Instandhaltungsarbeiten durchgeführt.

Ein Revisionsschwerpunkt war die Inneninspektion zweier Druckspeicher. Dabei wurden insbesondere Plattierung und Schweissnähte begutachtet. Die Prüfungen bestätigten den unverändert guten Zustand der Druckspeicher. Im Ringraum des Reaktorgebäudes wurden ausserdem eine grössere Anzahl Druckmessumformer ausgetauscht.

Im konventionellen Teil der Anlage wurden eine Hauptkondensatpumpe kontrolliert und revidiert. Zudem wurde eine Speisewasserpumpe einer Revision unterzogen. Ausserdem wurde ein Grossteil der speisewasserseitigen Messleitung ersetzt. An einer Niederdruckturbine wurden Wuchtgewichte eingesetzt. Dadurch wurde ein verbessertes Vibrationsverhalten des Turbosatzes erreicht.

Während der Revision wurden 28 neue Brennelemente mit wiederaufgearbeitetem Uran (WAU) sowie 8 neue Uran-Brennelemente in den Reaktorkern eingesetzt. Das Kerninventar des 41. Betriebszyklus besteht aus 169 WAU-Brennelementen und 8 neuen Uran-Brennelemente.

Die Anlage wurde 2019 mit Ausnahme von zwei Ereignissen mit maximal möglicher Leistung betrieben. Am 2. Februar 2019 musste die Anlage infolge einer nicht absperrbaren Speisewasserleckage an einer Messleitung für zwei Tage abgefahren werden. Am 26. Juli 2019 wurde durch einen Kurzschluss in der Schaltanlage im Schaltanlagengebäude eine Turbinenschnellabschaltung ausgelöst. Die Instandstellung des betroffenen Schalterfeldes und der Austausch eines Transformators dauerten bis zum 11. August 2019.

Die Model AG in Niedergösgen und die Papierfabrik Cartaseta-Friedrich & Co. in Gretzenbach werden vom KKG mit Heizdampf versorgt. Die 2019 bezogenen Dampfmengen entsprechen der thermischen Energie von 227 Millionen Kilowattstunden. Durch den Bezug des Heizdampfes vom KKG vermieden die beiden Fabriken 2019 die Verbrennung von etwa 21 400 Tonnen Heizöl und damit die Abgabe von rund 67 100 Tonnen CO2 an die Umwelt.

 

Verschiedenes

Die durch das Kraftwerk verursachte Individualdosis der Bevölkerung lag weit unter dem zulässigen Dosisrichtwert von 0,3 mSv. Die im Kraftwerk tätigen Personen akkumulierten eine Dosis von 286 mSv.

Ende 2019 beschäftigte das KKG 564 Personen (2018: 548 Personen). Dies entspricht 539,4 Vollzeitpensen. Darin enthalten sind 11 Lernende mit den Berufszielen Elektronikerin und Elektroniker, Fachfrau Hauswirtschaft, Kauffrau und Kaufmann, Laborantin und Laborant sowie Polymechanikerin und Polymechaniker.

Ende Jahr waren insgesamt 62 Mitarbeiter als Pikettingenieure, Schichtchefs und Reaktoroperateure für den Betrieb des Kernkraftwerks zugelassen. 16 Mitarbeitende verfügen über eine Anerkennung als Strahlenschutzsachverständiger, Strahlenschutztechniker oder Strahlenschutzfachkraft.

Gut 12 500 Personen besuchten im Verlauf des Jahres das Werk. Mitte Juli führte das KKG einen viertägigen Kurs zur Stromproduktion in der Schweiz durch, der von 23 Lehrpersonen aus der Deutschschweiz und von 22 Lehrpersonen aus der französischen Schweiz besucht wurde.

 

   2019  2018  2017
Bruttoerzeugung Mio. kWh  8241  8681  8584
 Nettoerzeugung Mio. kWh  7820  8247  8154
 Betriebsstunden h  7835  8244  8149
 Zeitverfügbarkeit  89,4%  94,1%  93,0%
 Arbeitsausnutzug  88,8%  93,5%  92,4%
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