Betriebsverlauf

 
Das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) produzierte 2012 netto 8,07 Milliarden kWh (2011: 7,91 Mrd. kWh) elektrischer Energie ohne Abgabe von Luftschadstoffen und klima­schädi­genden Gasen.
 
Aufgrund eines fehlerhaft gebildeten Schutzsignals schaltete eine Hauptküphlmittelpumpe am 11. Mai ab und löste damit eine Lastabsenkung  um 775 MW aus. Am 30 Juni 2012 führte eine fehlerhafte Überspannungsdiode zu einer ungeplanten Reaktorschnellabschaltung. Die letzte ungeplante Reaktorschnellabschaltung fand vor über 21 Jahren statt. Vom 9. bis 11. Juli 2012 wurde die Leistung wegen geplanten Reparaturen an zwei Hauptspeisewasserpumpen auf 50 Prozent reduziert.
 
Im Auftrag der Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid AG wurde im Rahmen der Netzregelung die Leistungsabgabe viermal während insgesamt 29 Stunden um 80 bis 100 Megawatt reduziert. Seit August 2010 stellt das KKG diese Systemdienstleistung an den wöchentlichen Auktionen von Swissgrid zur Verfügung.
 
Die Jahresrevision dauerte vom 2. bis zum 22. Juni 2012. Während der Abstellungszeit wurden umfangreiche Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten an maschinen-, leit- und starkstrom-technischen Komponenten und Einrichtungen vorgenommen. Zu den Schwerpunkten der Jahresrevision zählten die zerstörungsfreien Prüfungen der Heizrohre an allen drei Dampferzeugern sowie der Ersatz der Frischdampfumleitregelung, die durch ein digitales System abgelöst wurde. Die Funktionstüchtigkeit der Regelung wurde im Rahmen eines erfolgreich verlaufenen Lastabwurfs auf Eigenbedarf demonstriert. In zwei Strängen fand eine leittechnische Grossrevision mit zahlreichen Baugruppenprüfungen statt. Nach 32 Betriebsjahren wurde das Kugelmesssystem ausgetauscht, und in der elektrischen Eigenbedarfsversorgung erfolgte der Ersatz eines weiteren rotieren Umformers durch einen statischen Wechselrichter. Am Druckhalter wurden bereits Vorarbeiten für  den vorsorglichen Ersatz der Druckhaltermischnähte durchgeführt, der während der Revision 2013 erfolgen wird.
 
Während der Revision wurden 36 abgebrannte Brennelemente durch neue Brennelemente aus wiederaufgearbeitetem Uran (WAU) ersetzt. Die Kernbeladung des 34. Zyklus umfasst des Weiteren 137 teilabgebrannte Brennelemente. Die letzten plutoniumhaltigen Mischoxid-(MOX)Brennelemente wurden während des Brennelementwechsels aus dem Kern entnommen.Das Kerninventar besteht nun ausschliesslich aus 177 WAU-Brennelementen. Insgesamt dauerte die Revision 20 Tage (2011: 26,5 Tage).
 
Bei den Dichtheitsprüfungen der bestrahlten Brennelemente während der Jahresrevision wurden keine Defekte festgestellt. Die schadenfreien letzten Zyklen bestätigen die Wirksamkeit der zur Defektvermeidung getroffenen Massnahmen. Dazu gehören neue Oberflächenstandards für die Brennstofftabletten, eine robustere Tablettengeometrie und eine schonende Leistungs­aufnahme.
 
Die Aarepapier AG in Niedergösgen und die Papierfabrik Cartaseta-Friedrich & Co. in Däniken wurden vom KKG mit Heizdampf versorgt. Die 2012 bezogenen Dampfmengen entsprechen der thermischen Energie von 193 Millionen kWh. Durch den Bezug des Heizdampfes von KKG vermieden die beiden Dampfbezüger die Verbrennung von etwa 19 500 Tonnen Öl und damit die Abgabe von rund 61 500 Tonnen Kohlendioxid an die Umwelt.
 

Verschiedenes

 
Die durch den Betrieb in der Umgebung verursachte maximale Strahlendosis der Bevölkerung lag weit unter dem Dosisrichtwert von 0,3 mSv pro Jahr und Person. Die Kollektivdosis aller im Kraftwerk tätigen beruflich strahlenexponierten Personen erreichte 2012 mit 493,5 Millisievert (mSv) einen sehr guten Wert.  
 
Das KKG beschäftigte Ende Jahr 503 Personen (2011: 489), was insgesamt 482 Vollzeitpensen entspricht (2011: 469). Darin enthalten sind 18 Lernende mit den Berufszielen Elektroniker, Polymechaniker, Hauswirtschafterin, Kaufmann und Kauffrau, Informatiker und Informatikerin, Laborant und Elektroinstallateur. 58 Mitarbeiter hatten vom ENSI die Zulassung als Pikett­ingenieure, Schichtchefs und Reaktoroperateure. Insgesamt verfügten im Strahlenschutz 14 Mitarbeiter über eine Anerkennung als Strahlenschutzsachverständiger, als Strahlenschutz­techniker oder als Strahlenschutzfachkraft. In zahlreichen Kursen und Workshops erweiterten Mitarbeitende aller Abteilungen ihr Fachwissen und trainierten ihre beruflichen Fertigkeiten.  
 
Insgesamt besichtigten rund 15 000 Personen das Werk. Im Juli und August nahmen Lehrerinnen und Lehrer an einem Kurs in deutscher Sprache über die Schweizer Stromproduktion teil. Der französischsprachige Kurs fand im August statt. Alle Kurse waren ausgebucht.
Unbenanntes Dokument
    2012 2011 2010
                 

Bruttoerzeugung

  Mio. kWh   8 516   8 344   8 469

 

               

Nettoerzeugung

  Mio. kWh   8 074   7 910   8 029

 

               

Betriebsstunden

      8 281   8 122   8 220

 

               

Zeitverfügbarkeit

      94,4%   92,8%   93,8%

 

               

Arbeitsausnutzung

      93,7%   92,0%   93,4%
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