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Atomenergie im Strommix

Brenn- und Treibstoffe wie Kohle, Heizöl, Benzin oder Erdgas sind lagerbar. Anders der Strom: Er muss genau dann in ausreichender Menge produziert werden, wenn er gebraucht wird. Auch das Stromverteilungsnetz muss dauernd im Gleichgewicht gehalten werden. Das macht die Stromproduktion anspruchsvoll.

Die Stromwirtschaft löst diese Aufgabe, indem sie einen Strommix aus verschiedenen Arten von Kraftwerken zusammenstellt. In der Schweiz wird heute der Strom im Wesentlichen in Kernkraftwerken bzw. Atomkraftwerken, in Laufkraftwerken an den grossen Flüssen und in Speicherkraftwerken mit Stauseen in den Bergen produziert.

Strom kann nicht gespeichert werden. Der Strommix aus Kernenergie und Wasserkraft sichert die Versorgung rund um die Uhr.

Das Zusammenspiel dieser Kraftwerke stellt sicher, dass im Sommer wie im Winter und rund um die Uhr immer genau die benötigte Menge Strom vorhanden ist – bei der Arbeit, aber auch beim Kochen am Mittag und beim Fernsehen am Abend.

Der Schweizer Produktionsmix garantiert aber nicht nur eine hohe Versorgungssicherheit. Er schont auch die Umwelt, erzeugt kaum CO2 und ist wirtschaftlich. Er entspricht ideal den Bedürfnissen des Landes.

    40% Strom aus Kernenergie

    In der Schweiz kommt der Strom heute zu rund 55% aus Wasserkraftwerken und zu rund 40% aus den fünf Kernkraftwerken Beznau-1, Beznau-2Gösgen, Leibstadt und Mühleberg. Die übrigen 5% stammen zum grössten Teil aus Kehrichtverbrennungsanlagen. Die neuen erneuerbaren Energien Wind und Sonne liefern dagegen gegenwärtig weniger als 0,1% des Stroms.

    Anteil der neuen erneuerbaren Energien 2008 an der gesamten schweizerischen Netto-Elektrizitätsproduktion

    Für mehr Informationen zum aktuellen Strommix der Schweiz klicken Sie bitte auf den Link zum Bundesamt für Energie in der Spalte rechts.

    Optimaler Strommix für die Schweiz: Kernenergie und Wasserkraft, ergänzt durch die neuen erneuerbaren Energien aus Biomasse, Wind und Sonne. (Bild: Nuklearforum Schweiz)
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    Der Verbrauch steuert die Produktion

    Strom ist an Leitungen gebunden und lässt sich nicht speichern. Er muss bedarfsgerecht produziert werden – immer soviel, wie gerade verbraucht wird. Wird zu wenig oder zu viel Strom erzeugt, gerät der Versorgungsnetz aus dem Gleichgewicht und bricht im schlimmsten Fall zusammen – die Lichter gehen aus und es kommt zum Blackout.

    Die Nachfrage nach Strom hängt von der Jahres- und der Tageszeit ab. Es gibt Bedarfsspitzen und Zeiten mit geringerem Stromverbrauch. Aus diesem Grund müssen in jedem Stromnetz Kraftwerke vorhanden sein, die kurzfristig grosse Mengen Strom produzieren können. In der Schweiz sind dies die Speicherkraftwerke. Die Grundversorgung ruht dagegen auf den Kern- und Laufkraftwerken.

    Tagesverlauf der Stromproduktion
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    Zuverlässige Grundversorgung durch Kernenergie

    Die Schweizer Kernkraftwerke produzieren unabhängig von Wetter oder Rohstoffpreisen das ganze Jahr kontinuierlich Strom. Sie werden nur im Sommer während zwei bis vier Wochen für Wartungsarbeiten und Brennstoffwechsel abgeschaltet – also dann, wenn die Wasserkraftwerke am meisten produzieren und der Stromverbrauch am niedrigsten ist. Die gleichmässige Stromproduktion der Atomkraftwerke ist wichtig für das Gleichgewicht des Übertragungsnetzes und damit für die Versorgungssicherheit.

    Im Winter, wenn die Flüsse wenig Wasser führen und der Bedarf an Strom am grössten ist, sind die Atomkraftwerke die Grundpfeiler der Stromversorgung der Schweiz.
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    Die Nachfrage nach Strom steigt weiter an

    Der Stromverbrauch der Schweiz nimmt weiterhin zu, trotz jahrzehntelanger und erfolgreicher Bemühungen zur Erhöhung der Energieeffizienz. Die Gründe dafür sind:

    • das Wirtschaftswachstum: Ein um 1% höheres Bruttosozialprodukt bedeutet im Mittel eine Zunahme des Stromverbrauchs um 1,8%.
    • das Bevölkerungswachstum: Allein zwischen 1970 und 2007 hat die Bevölkerung der Schweiz um 1,3 Millionen Menschen zugenommen
    • die zunehmende Wohnfläche pro Einwohner und die steigende Zahl von Ein-Personen-Haushalten
    • die immer grössere Verbreitung von elektrischen Geräten
    • die Massnahmen zur Einsparung fossiler Energien, beispielsweise der Einsatz von Wärmepumpen an Stelle von Öl- oder Gasheizungen.
    Entwicklung der Stromnachfrage nach Verbrauchern seit 1984.

    Im Gegensatz dazu wurde seit der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Leibstadt im Jahr 1984 in der Schweiz kein grosses Kraftwerk mehr gebaut. Nach dem Verzicht auf das Kernkraftwerk Kaiseraugst erwarb die Schweizer Stromwirtschaft Bezugsrechte aus dem französischen Kernkraftwerkpark im Produktionsumfang von zwei grossen Atomkraftwerken, total rund 2000 MW.

    Als Folge des steigenden Stromverbrauchs sowie des Verzichts auf das Projekt in Kaiseraugst kann die Schweiz ihren Stromkonsum in den Winterhalbjahren nicht mehr durch inländische Produktion decken. Die Schweiz ist also bereits heute von Stromimporten aus dem Ausland abhängig, zumindest zeitweise.

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    Die Stromlücke wird grösser

    Es muss davon ausgegangen werden, dass der Stromverbrauch in der Schweiz in den nächsten zwei Jahrzehnten weiter ansteigen wird – Sparmassnahmen und technischer Fortschritt bereits eingerechnet. Dies wird durch diverse Studien bestätig. Gleichzeitig werden die drei dienstältesten Kernkraftwerke Beznau-1, Beznau-2 und Mühleberg ab dem Jahr 2020 das Ende ihrer wirtschaftlichen Betriebsdauer erreichen. Zudem laufen die Lieferverträge mit Frankreich nach und nach aus, und die neuen Wettbewerbsregeln in der EU verhindern, dass diese Verträge erneuert werden können.

    Die neuen erneuerbaren Energien wie Biomasse, Wind und Sonne werden trotz zahlreicher Fördermassnahmen die Lücke bei Weitem nicht schliessen können. Spätestens ab 2020 öffnet sich daher in der Schweiz eine Stromversorgungslücke. Nach zurückhaltenden Schätzungen der Stromwirtschaft dürfte die Lücke bis 2035 auf die Hälfte der heutigen Stromproduktion anwachsen.

    Vorschau der Stromwirtschaft für das Winterhalbjahr bis 2050
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    Bundesrat für Kernenergie

    Im Februar 2007 hat der Bundesrat die Konsequenzen gezogen: Selbst bei einer deutlich verstärkten Förderung der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien sind neue Grosskraftwerke nötig. Der Bundesrat spricht sich dabei klar für den Bau neuer Kernkraftwerke aus. Denn die Nutzung der Kernenergie bzw. Atomenergie in der Schweiz bedeutet:

    • hohe Versorgungssicherheit bei geringer Auslandsabhängigkeit
    • im Verbund mit den erneuerbaren Energien eine sehr umweltfreundliche Stromproduktion
    • Wettbewerbsvorteile für die Wirtschaft durch berechenbare Strompreise.
    Bundesrat: Die Schweiz ist auf Kernenergie angewiesen. (Bild: Parlamentsdienste)

    Medienmitteilung

    12. Januar 2012: Betriebsverlauf im Dezember

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