Medienmitteilungen 2005
12. DEZEMBER 2005: EINIGUNG ZWISCHEN DÄNIKEN UND DEM KERNKRAFTWERK GÖSGEN
Gemeinsame Medienmitteilung der Einwohnergemeinde Däniken und des Kernkraftwerks Gösgen
KKW- und Brennelementsteuer wird nicht eingeführt
Die Einwohnergemeinde Däniken und die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG haben sich nach intensiven und harten Verhandlungen auf eine langfristige Lösung zur Frage der Steuern und Entschädigungen geeinigt. Deshalb haben die Däniker Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung vom Montag, 12. Dezember 2005, dem einstimmigen Antrag des Gemeinderates zugestimmt, das umstrittene Reglement von der Traktandenliste der Gemeindeversammlung zu streichen. Beide Seiten erachten dies als tragfähige Basis für die Fortsetzung der bisherigen konstruktiven Partnerschaft.
In harten und intensiven Verhandlungen zwischen einer Delegation des Gemeinderates Däniken und den Verantwortlichen des Kernkraftwerkes Gösgen (KKG) wurde eine für beide Seiten befriedigende Lösung gefunden. Damit kann ein Gerichtsverfahren vermieden werden. Das KKG hatte die Verfassungs- und Gesetzmässigkeit dieser Steuer von Anfang an in Frage gestellt. Die Gemeinde Däniken war hingegen von der Rechtmässigkeit überzeugt. Die einvernehmlich erzielte Lösung sieht vor, dass das KKG der Gemeinde Däniken Steuern und Abgaben im Umfang von rund 3,8 bis 4 Millionen Franken bezahlt. Der Gesamtbetrag lässt sich noch nicht genau beziffern, da die Verlängerung der Steuervereinbarung des KKG mit dem Kanton Solothurn noch aussteht. Die direkten Abgaben an die Gemeinde Däniken werden gemäss der neuen Vereinbarung deutlich erhöht und gleichzeitig indexiert. Ein namhafter Betrag geht entsprechend dem freiwilligen Steuerverteiler der Gemeinde Däniken an die umliegenden Gemeinden, die somit ebenfalls von dieser Lösung profitieren werden.
Die Gemeinde und das KKG einigten sich weiter darauf, dass das KKG einen Teil der erwähnten Abgaben auch nach Einstellung seiner Stromproduktion für maximal weitere 20 Jahre ausrichtet. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Betriebstätigkeit nach Ende der Stromproduktion nicht sofort eingestellt werden wird.
Aufgrund dieser einvernehmlichen Lösung wird die Gemeinde Däniken die geplante KKW- und Brennelementesteuer nicht einführen. Die anwesenden Stimmberechtigen hiessen an der Gemeindeversammlung vom Montag, 12. Dezember 2005, einen Antrag des Gemeinderates Däniken mit 161 gegen 0 Stimmen gut und strichen damit das Geschäft von der Traktandenliste.
Mit freundlichen Grüssen
EINWOHNERGEMEINDE DÄNIKEN
KERNKRAFTWERK GÖSGEN-DÄNIKEN AG
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5. JULI 2005: KURZFRISTIGER BETRIEBSUNTERBRUCH IM KERNKRAFTWERK GÖSGEN
In der Nacht vom 4. auf den 5. Juli wurde im KKG die Leistung vorübergehend reduziert.
Eine elektronische Störung in der Turbinenregelung führte zu einer Leistungsreduktion. Die betroffene Elektronikkarte wurde identifiziert und umgehend ausgetauscht.
Durch die Leistungsreduktion veränderten sich die Druckverhältnisse im Wasser-Dampf-Kreislauf. Dadurch öffnete sich ein Abblaseventil unplanmässig. Kurzzeitig trat Wasserdampf ins Maschinenhaus aus. Zur Fehlersuche wurde die Turbogruppe abgestellt. Nachdem das defekte Ventil repariert und geprüft worden war, konnte die Stromproduktion wieder aufgenommen werden.
Die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) wurde über den Betriebsunterbruch und die getroffenen Massnahmen routinemässig informiert.
Auskunft:
Dr. Bruno Elmiger
Tel. ++41 62 288 20 00
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4. JULI 2005: REVISION PLANMÄSSIG ABGESCHLOSSEN
Nach sechswöchigem Produktionsunterbruch für die Jahresrevision und den Brennelementwechsel hat das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) am vergangenen Freitagnachmittag die Stromproduktion wie geplant wieder aufgenommen.
Die Jahresrevision dauerte vom 21. Mai bis zum 1. Juli 2005. Am vergangenen Freitag nahm das KKG die Stromproduktion um 17.39 Uhr wieder auf. Während der 41-tägigen Abstellung wurden Nachrüstungen zur Verbesserung der Sicherheit und des Anlagenwirkungsgrades vorgenommen. Aufgrund des zeitintensiven Ersatzes der Druckentlastung für das Reaktorkühlsystem dauerte die diesjährige Abstellung wesentlich länger als üblich. Die umfangreichen periodischen Prüfungen und Inspektionen an elektro- und maschinentechnischen Systemen und Komponenten bestätigten den guten Anlagenzustand. Mit der Druckprüfung des Sicherheitsbehälters konnte nachgewiesen werden, dass der Behälter die an ihn gestellten Dichtheitsanforderungen erfüllt. Für den 27. Betriebszyklus wurden 40 der insgesamt 177 Brennelemente ersetzt.
Der Ersatz der Druckentlastung konnte wie geplant innert vier Wochen durchgeführt werden. Die anschliessende Inbetriebnahme mit der erforderlichen Druckprobe des Reaktorkühlkreislaufes verlief programmgemäss. Ebenso erfolgreich konnten die Arbeiten an Generator, Hochdruckturbine, Niederdruckturbinen und Kühlturm abgeschlossen werden. Die Ableitung von Wasser aus einem zusätzlich installierten Abscheider in einen bestehenden Sammelbehälter im Wasser-Dampf-Kreislauf wird zur Zeit noch optimiert.
Nachdem die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) am vergangenen Freitag das Wiederanfahren genehmigt hatte, wurde das Kernkraftwerk schrittweise in Betrieb genommen. Seit Sonntagvormittag ist das KKG wieder mit voller Leistung am Netz.
Mit freundlichen Grüssen
Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG
Auskunft:
Dr. Bruno Elmiger, Konstantin Bachmann,
Tel. 062 288 20 00
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20. MAI 2005: GEPLANTE ABSTELLUNG ZUR JAHRESREVISION - INVESTITIONEN FÜR DEN LANGFRISTIGEN ANLAGENBETRIEB
Am Samstag, den 21. Mai 2005 wird das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) zur Jahresrevision planmässig abgestellt. Aufgrund umfangreicher Nachrüstungen zur Verbesserung der Sicherheit und des Anlagenwirkungsgrades dauert die diesjährige Abstellung voraussichtlich bis Anfang Juli.
Am Samstag, den 21. Mai 2005 geht der 26. Betriebszyklus nach 330 Tagen zu Ende. Das KKG wird zur jährlichen Revision abgestellt. Im 26. Zyklus produzierte das KKG 7640 Millionen Kilowattstunden Strom. Der Betrieb der Anlage erfolgte ohne sicherheitstechnische Probleme.
Die Revisionsdauer wird bestimmt durch die Nachrüstung einer Druckentlastung für das Reaktorkühlsystem. Die Druckentlastung wird mit einem aufwändigen Umbau der Druckhalterventilstation verwirklicht. Neben zwei Sicherheitsventilen werden über 50 Armaturen mit den entsprechenden Zu- und Ableitungen ersetzt. Die Umrüstung dauert etwa vier Wochen. Anschliessend folgt die Inbetriebnahme mit der erforderlichen Druckprobe des Reaktorkühlkreislaufes. Die umfangreichen maschinen-, elektro- und leittechnischen Montage- und Inbetriebssetzungsarbeiten ergeben eine längere Stillstandszeit von über 40 Tagen. Die Projektkosten belaufen sich auf etwa 50 Millionen Schweizer Franken. Den Auftrag zur Umrüstung des Druckhaltesystems erhielt Framatome ANP. Framatome hat bereits Arbeiten gleichen Umfangs in deutschen Kraftwerken durchgeführt. Die neuen Sicherheitsventile liefert die in Winterthur domizilierte Control Components Inc. (CCI), ehemals Sulzer Thermtec AG. (1)
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Im Verlauf der diesjährigen Jahresrevision werden 40 der insgesamt 177 Brennelemente durch 4 frische Uran-Brennelemente sowie 36 Brennelemente aus wiederaufgearbeitetem Uran ersetzt. Umfangreiche wiederkehrende Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten an maschinen-, elektro- und leittechnischen Systemen und Komponenten werden vorgenommen. Dazu gehört auch die Dichtheitsprüfung des Sicherheitsbehälters, die letztmals 2001 durchgeführt wurde. (2)
Zu den herausragenden Arbeiten der Jahresrevision gehören die Grossrevisionen am Generator und an der Hochdruckturbine. Nach einer Laufzeit von 15 Jahren wird der Hochdruckturbinenläufer ersetzt durch einen neuen Läufer mit strömungsoptimierter Beschaufelung. Dadurch kann der Wirkungsgrad der Gesamtanlage ohne Brennstoffmehrverbrauch erhöht werden. Konstruktive Änderungen zur Verbesserung des Wirkungsgrades werden auch an den Wasserabscheider-Zwischenüberhitzern und an den Niederdruckturbinen durchgeführt.
Die im Jahre 2003 begonnen Arbeiten am Kühlturm zum vollständigen Ersatz der Kühlturmeinbauten werden abgeschlossen. Während der Jahresrevisionen 2003 und 2004 wurden die Wasserverteilung und die Tropfenabscheider erneuert. In der verlängerten Revision 2005 werden nun die Kühler ersetzt. Der komplette Ersatz der Kühlturmeinbauten über eine Fläche von 8800 Quadratmetern führt zu einer Verbesserung der Kühlleistung. Die thermische Verbesserung wird eine Erhöhung der elektrischen Leistung zur Folge haben. Das Ausmass der Wirkungsgradverbesserung wird nach Abschluss der Arbeiten messtechnisch erfasst werden.
Während des Anlagenstillstandes wird die Hälfte der insgesamt 900 Kraftwerksbatteriezellen mit einem Gesamtgewicht von knapp 100 Tonnen ersetzt. Die Kraftwerksbatterien sorgen für eine zuverlässige und unterbrechungsfreie Versorgung der Betriebs- und Schutzsysteme. Mit dem diesjährigen Ersatz der Batteriezellen ist nun die dritte Batteriegeneration im Einsatz.
Zusätzlich zu den KKG-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern sind während der Revision rund 1000 auswärtige Fachkräfte von rund hundert Unternehmen an den Nachrüstprojekten, Unterhalts- und Inspektionsarbeiten beteiligt. Die Investitionen in die Jahresrevision einschliesslich der Projekte zur Verbesserung der Sicherheit und des Wirkungsgrades der Anlage belaufen sich auf rund 100 Millionen Schweizer Franken.
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(1) Verbesserung der Sicherheit Der sicherheitstechnische Gewinn der Umrüstung des Druckhaltesystems besteht darin, dass eine von bestehenden Sicherheitseinrichtungen unabhängige zusätzliche Möglichkeit zur kontrollierten Wärmeabfuhr bei Störfällen geschaffen wird. Damit wird die Sicherheit der Gesamtanlage weiter erhöht. Zudem bringt der Umbau der Druckhalterventilstation weitere betriebliche Vorteile. So werden zum Beispiel die Ventile und die Leitungsführung des zugehörigen Sprühsystems optimiert, die Zahl der Hochdruckrohrleitungen reduziert und die Belastung von Rohr- und Baustrukturen verringert. |
(2) Dichtheitsprüfung Der kugelförmige Sicherheitsbehälter umschliesst die unter Reaktorbetriebsdruck stehenden und Radioaktivität führenden Anlagenteile zusammen mit dem Brennelementlagerbecken. Die Dichtheit des Sicherheitsbehälters wird alle vier Jahre durch eine Leckratenprüfung ermittelt. Dazu wird der Sicherheitsbehälter mit Pressluft aufgepumpt. Anschliessend wird der Druckabfall über mindestes 10 Stunden gemessen. Die Prüfung umfasst den gesamten Sicherheitsbehälter mit allen Schleusen, Rohrleitungs- und Kabeldurchführungen sowie die Gebäudeabschlussarmaturen. |
Mit freundlichen Grüssen
Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG
Auskunft:
Dr. Bruno Elmiger
Konstantin Bachmann
Tel. 062 288 20 00
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