Für die CO2-Bilanz der Kernenergie kommt es darauf an, woher der Strom für die Anreicherung stammt. Die Kernkraftwerke (KKW) in der Schweiz beziehen ihren Kernbrennstoff vorwiegend aus Anlagen mit Zentrifugen – die wenig Strom benötigen – oder aus der französischen Diffusionsanlage in Tricastin. Diese benötigt zwar etwa 50-mal mehr Energie als eine moderne Zentrifugenanlage. Sie bezieht die Energie jedoch aus den danebenstehenden Atomkraftwerken (AKW), die praktisch CO2-frei produzieren.
Deshalb liegen die CO2-Emissionen der schweizerischen Kernkraftwerke heute unter 10 Gramm pro Kilowattstunde. Die kürzlich im Rahmen der Umweltdeklaration des Kernkraftwerks Beznau ermittelten detaillierten Treibhausgasemissionen bestätigen die Berechnungen der Wissenschafter (siehe Randspalte).
Im ungünstigsten Fall – etwa bei der alten, energieintensiven Diffusionsanlage Paducah in den USA, die von einem Steinkohlekraftwerk versorgt wird – können die CO2-Emissionen in der Energiekette eines Atomkraftwerks auf rund 60 Gramm pro Kilowattstunde ansteigen, also etwa in die Grössenordnung der Energiekette von Solarzellen.
Die beiden alten Diffusionsanlagen in Frankreich und den USA werden gegenwärtig durch moderne, energiesparende Zentrifugenanlagen ersetzt. Deswegen wird sich die heute schon ausgezeichnete CO2-Bilanz der Kernenergie in den kommenden Jahren nochmals verbessern.
Der Uranabbau in Erzminen trägt dagegen nur wenig zur gesamten CO2-Bilanz der Atomenergie bei.