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Atomkraftwerke schonen Klima und Umwelt

Vor dem Hintergrund der Klimaproblematik suchen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nach Wegen, um trotz des weltweit stark zunehmenden Energiebedarfs den CO2-Ausstoss zu begrenzen, bestenfalls sogar zu senken. Im Bereich der Stromversorgung ist die Kernenergie bzw. Atomenergie – zusammen den erneuerbaren Energien – ein wichtiger Teil der Lösung. Darin sind sich UNO-Weltklimarat, EU-Parlament, Bundesrat und Schweizer Stromwirtschaft einig.

Klimawandel: die Kernenergie ist Teil der Lösung

Wasserkraft und Atomenergie an der Spitze

Das zur Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) gehörende Paul Scherrer Institut (PSI) berechnet und vergleicht seit Jahren die Umwelt- und Gesundheitsbelastungen der verschiedenen Stromerzeugungstechniken (siehe Randspalte). Die Wissenschafter betrachten dabei die gesamte Energiekette «von der Wiege bis zur Bahre» – bei der Atomenergie also vom Abbau des Uranerzes in den Minen über die Herstellung des Kernbrennstoffs bis zum Bau der Tiefenlager für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle und dem Rückbau der Kernkraftwerke bzw. Atomkraftwerke bis zur grünen Wiese.

Die Ergebnisse sind eindeutig: In der Schweiz erzeugen Wasserkraft und Kernenergie pro Kilowattstunde die geringsten Mengen an Treibhausgasen. Die sehr tiefen CO2-Emissionen der Atomenergie belegen ihre hohe Energieeffizienz.

Aus diesem Grund führt der Weltklimarat der Uno (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) neben den erneuerbaren Energien auch die Kernenergie als Schlüsseltechnologie zur Linderung des Klimaproblems auf.

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Effizienzsteigerung beim Kernbrennstoff

Die CO2-Bilanz der Kernenergie hängt wesentlich von der Urananreicherung ab, da hier am meisten Energie eingesetzt wird:

Zusammensetzung der nötigen Energieaufwände in der nuklearen Energiekette (in % des gesamten Aufwands an Primärenergie)

Für die CO2-Bilanz der Kernenergie kommt es darauf an, woher der Strom für die Anreicherung stammt. Die Kernkraftwerke (KKW) in der Schweiz beziehen ihren Kernbrennstoff vorwiegend aus Anlagen mit Zentrifugen – die wenig Strom benötigen – oder aus der französischen Diffusionsanlage in Tricastin. Diese benötigt zwar etwa 50-mal mehr Energie als eine moderne Zentrifugenanlage. Sie bezieht die Energie jedoch aus den danebenstehenden Atomkraftwerken (AKW), die praktisch CO2-frei produzieren.

Deshalb liegen die CO2-Emissionen der schweizerischen Kernkraftwerke heute unter 10 Gramm pro Kilowattstunde. Die kürzlich im Rahmen der Umweltdeklaration des Kernkraftwerks Beznau ermittelten detaillierten Treibhausgasemissionen bestätigen die Berechnungen der Wissenschafter (siehe Randspalte).

Im ungünstigsten Fall – etwa bei der alten, energieintensiven Diffusionsanlage Paducah in den USA, die von einem Steinkohlekraftwerk versorgt wird – können die CO2-Emissionen in der Energiekette eines Atomkraftwerks auf rund 60 Gramm pro Kilowattstunde ansteigen, also etwa in die Grössenordnung der Energiekette von Solarzellen.

Die beiden alten Diffusionsanlagen in Frankreich und den USA werden gegenwärtig durch moderne, energiesparende Zentrifugenanlagen ersetzt. Deswegen wird sich die heute schon ausgezeichnete CO2-Bilanz der Kernenergie in den kommenden Jahren nochmals verbessern.

Der Uranabbau in Erzminen trägt dagegen nur wenig zur gesamten CO2-Bilanz der Atomenergie bei.

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Die Kernenergie ist Teil der Lösung

Die Zunahme der globalen CO2-Emissionen wird vor allem von der Stromerzeugung in den Kohle- und Gaskraftwerken verursacht. Lassen sich beim Strom die Emissionen senken, ist sehr viel gewonnen.

Eine Anfang 2009 veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens McKinsey bestätigt die Bedeutung der Kernenergie bei der Reduktion der CO2-Emissionen. In Bezug auf die Stromproduktion sehen die Experten von McKinsey keine günstigere Variante, um in Zukunft weitere CO2-Emissionen in der Schweiz zu verhindern. Die Klimastudie von McKinsey als PDF finden Sie hier (in Englisch)

Weltweite CO2-Emissionen 1970-2004

Gegenwärtig stammen gut zwei Drittel des weltweit produzierten Stroms aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken. Nur rund ein Drittel wird CO2-arm produziert: Etwa ein Sechstel der Weltstromproduktion liefert die Kernenergie; ein weiteres Sechstel die erneuerbaren Energien, vornehmlich die Wasserkraft.

Weltweite Stromproduktion im Jahr 2009

Beim aktuellen Stand der Technik kann die Atomenergie allein das Energie- und Klimaproblem nicht lösen. Die Länder, die auf die Kernenergie setzen, leisten aber bereits heute einen wesentlichenBeitragzur Entschärfung des Problems und erhöhen damit den Handlungsspielraum der armen Länder bei der Nutzung von Kohle und Erdöl.

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Klimafreundlicher Schweizer Strommix

Dank des heutigen Strommix aus Wasserkraft und Kernenergie und wegen des Fehlens von Schwerindustrie ist der CO2-Ausstoss pro Kopf in der Schweiz deutlich geringer als in den Nachbarländern. Im kernkraftwerkfreien Österreich beispielsweise wird rund ein Drittel des Stroms aus Kohle, Erdöl und Erdgas erzeugt, in Deutschland rund 60%. In Dänemark werden mehr als zwei Drittel des Stroms fossil erzeugt, in Italien über 80% und in Polen gar 98%.

Strommix in europäischen Ländern 2007

Anders als andere europäische Länder verfügt die Schweiz – wie das kernenergiefreundliche Frankreich – schon heute über einen sehr umweltfreundlichen Strommix.

Im internationalen Kyoto-Protokoll hat sich die Schweiz zusammen mit vielen weiteren Ländern verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 auf ein Niveau zu senken, das 8% tiefer liegt als 1990. Das 1999 vom Eidgenössischen Parlament verabschiedete CO2-Gesetz seinerseits verlangt bis 2010 sogar eine Reduktion von 10% gegenüber dem Jahr 1990. Deshalb hat sich der Bundesrat im März 2005 für eine CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen wie Heizöl, Erdgas und Kohle entschieden sowie die Einführung eines freiwilligen Klimarappens auf Benzin und Diesel durch die Wirtschaft ausgesprochen.

Die Schweizer Kernkraftwerke ersparen bereits heute – verglichen mit modernen Gaskombikraftwerken – der Umwelt mehr CO2, als sämtliche Personenwagen in der Schweiz ausstossen.
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«Sowohl als auch»

Wie in den erneuerbaren Energien steckt auch in der Atomenergie ein grosses Entwicklungspotenzial. Aus heutiger Sicht ist zu erwarten, dass diese beiden Energiequellen in Zukunft der Grossteil des Weltenergiebedarfs decken werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die erneuerbaren Energien und die Kernenergie zum untrennbaren Paar bei der Linderung des Klimaproblems werden.

Diese Sicht findet sich im vierten Lagebericht des Weltklimarats der Uno (IPCC) wie auch in einer Entschliessung des EU-Parlaments im Oktober 2007. Auch der Bundesrat setzt beim Strom auf Kernenergie im Verbund mit einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Zum gleichen Schluss ist auch die Stromwirtschaft gekommen, in der Schweiz wie weltweit. Sie investiert sowohl in die erneuerbaren Energien wie in die Kernenergie. Ideologische Grabenkämpfe um die Atomenergie führen zurück ins vergangene Jahrhundert. Die Zukunft gehört dem «Sowohl-als-auch», und nicht dem «Entweder-oder».

Die Schweizer Erfolgsformel im Klimaschutz: Wasserkraft + Kernenergie + neue erneuerbare Energien.

Der Klimaschutz hat auch in der Vision des ETH-Rates Priorität. Er empfiehlt, Erdöl und Erdgas durch erneuerbare Energien und Kernenergie zu ersetzen. Und die ETH Zürich formuliert in ihrer im Februar 2008 publizierten Energiestrategie das Ziel, den CO2-Austoss auf eine Tonne pro Kopf und Jahr zu reduzieren. Die Wissenschafter setzen dabei auf eine weitere Elektrifizierung der Schweiz, um den Verbrauch von Erdöl und Erdgas ohne Wohlstandsverluste drastisch senken zu können. Dazu ist unter anderem der Einsatz der Atomenergie erforderlich. Für eine Kurzfassung der Empfehlungen des ETH-Rates klicken Sie bitte hier.


Medienmitteilung

11. Mai 2012: Kurzzeitige Leistungsreduktion im KKG

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