In einem herkömmlichen Atomkraftwerk (AKW) können nur gut ein Drittel der durch die Kernspaltung freigesetzten Wärme in Strom umgewandelt werden. Die Kerntechnik wird oft wegen dieser vermeintlich geringen Energieeffizienz kritisiert. Entscheidend ist aber nicht, was im Kraftwerk selbst geschieht, sondern wie viel Energie wir Menschen aufwenden müssen, um eine Kilowattstunde Strom zu erhalten.
Bei allen Stromerzeugungstechnologien wird ein erheblicher Teil des Energieaufwands ausserhalb der eigentlichen Kraftwerke eingesetzt: um den jeweiligen Brennstoff zu gewinnen und aufzuarbeiten, um Reststoffe und Abfälle gesichert zu beseitigen und nicht zuletzt, um die Rohstoffe für den Bau der Kraftwerke zu gewinnen und zu verarbeiten.
Bei Betrachtung dieser gesamten Energiekette zeigt sich: Der gesamte Energieeinsatz, der während der Betriebszeit eines modernen Kernkraftwerks (KKW) geleistet werden muss, liegt weit unter 10% der Stromproduktion der entsprechenden Anlage (siehe Randspalte). Die Atomenergie liegt damit in die Spitzengruppe der energieeffizientesten Stromerzeugungstechnologien, zusammen mit Wasser- und Windkraft, aber weit vor der Stromerzeugung aus Solarzellen (Photovoltaik), bei der je nach Standort ein Viertel bis ein Drittel der produzierten Energie zum Bau der Anlagen eingesetzt werden muss.