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Betrieb der Anlage

 
 
Die Auslegung des Kraftwerks erlaubt eine Fahrweise mit Konstantlast, einen Grundlastbetrieb mit reduzierter Leistung sowie Last­änderungen. Für einen konstanten Betrieb bei voller Leistung sprechen wirtschaftliche und technische Gründe; häufige Laständerungen belasten Systeme und Komponenten, was sich auf die Lebensdauer der Anlage auswirken kann.
 

Bei Leichtwasserreaktoren können Brennelemente während des Betriebs nicht ersetzt werden. Aus diesem Grund weisen sie bei Beginn eines jeden Betriebszyklus eine Brennstoffreserve bzw. Überschussreaktivität auf. Im Verlauf einer Betriebsperiode geht sie aufgrund des Brennstoffabbrands und steigender Spaltproduktkonzentration verloren. Die Überschussreak- tivität wird vorwiegend durch Neutronen absorbierende Borsäure im Kühlmittel kompensiert. Da am Anfang eines Brennelementzyklus durch den Einsatz der frischen Brennelemente die Überschussreaktivität am höchsten ist, hat auch die erforderliche Borsäurekonzentration anfangs ihren höchsten Wert. Sie nimmt mit dem Abbrand des Brennstoffes ab.
 

Zum Kritischmachen des Reaktors wird Deionat in das Reaktorkühlsystem eingespeist und die gleiche Menge boriertes Kühlmittel entzogen. Damit wird die Borkonzentration reduziert. Um eine ausreichende Abschaltreaktivität während des Entborierens sicherzustellen, werden zuvor die Steuerstäbe ausgefahren.
 

Die Steuerstäbe sind im stationären Betrieb nur wenig in den Kern eingefahren. Sie werden lediglich zur Kurzzeitregelung der Reaktorleistung und zur Reaktorschnellabschaltung in den Kern eingetaucht. Dadurch steht die grösstmögliche Abschaltreaktivität bereit, und die Leistungsverteilung im Reaktorkern wird am wenigsten gestört.
 

Bei Beeinträchtigung der Wärmeabfuhr aus dem Reaktor infolge Ausfall von Komponenten des Reaktorkühl- oder Wasser-Dampf-Kreislaufs wird die Reaktorleistung durch Steuerstabeinwurf automatisch so weit herabgesetzt, dass das Gleichgewicht zwischen Wärmeproduktion und Wärmeabfuhr wiederhergestellt ist. Die Anlage kann dann bei reduzierter Leistung im Betrieb gehalten werden.

Medienmitteilung

21. Juni 2010: Jahresrevision abgeschlossen

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